07 May 2026, 10:30

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Ausbau gegen Online-Bedrohungen

Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der den Zugang zu Wissen und Werkzeugen zur Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus angibt.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitaler Ausbau gegen Online-Bedrohungen

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Ausbau aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligenz (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden neue Fachkräfte ausgebildet und Teams erweitert, um Online-Bedrohungen effektiver zu überwachen. Sowohl das Landeskriminalamt (LKA) als auch regionale Dienststellen stocken ihre Kapazitäten auf.

Den Auftakt bildete im September 2024 das Projekt „Digitale Streife“. Dabei wurden zehn neue Beamte für das LKA eingestellt, während fast 100 weitere Polizeikräfte in OSINT-Rollen bei sechs regionalen Behörden integriert wurden. Ziel ist es, öffentlich zugängliche Daten – etwa aus sozialen Medien – systematisch zu sammeln und auszuwerten.

Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss leitet der 37-jährige Marc Restemeyer das Ausbildungsprogramm. Er bereitet sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte für die „Digitale Streife“-Einheiten vor. Der Lehrplan konzentriert sich auf die Gewinnung und Bewertung von Informationen aus offenen digitalen Quellen.

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Fabian Coenen verantwortet im LKA Düsseldorf die Abteilung 22.2, wo OSINT bei politisch motivierter Kriminalität eingesetzt wird. Sein Team wuchs von einst zwei auf 16 Spezialisten an – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Zu ihnen gehört die 28-jährige Laura Ellrich, die 2022 in den Staatsschutz wechselte und im Herbst 2025 zu Coenens OSINT-Einheit stieß.

Die Kölner Niederlassung des „Digitalen Streife“-Netzwerks ist mit 18 Stellen unter der Leitung von Swen Schubert die größte. Sechzehn davon sind als Fallbearbeiter besetzt, die schnell auf Staatsschutzaufgaben reagieren.

Die Expansion markiert einen grundlegenden Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit mehr geschultem Personal und spezialisierten Einheiten will die Behörde schneller und gezielter auf Online-Risiken reagieren. Der Ausbau der OSINT-Teams spiegelt einen übergeordneten Trend in der modernen Polizeiarbeit wider.

Quelle