"Xanny"-Kult unter Jugendlichen: Wie Musik und TikTok Xanax verharmlosen
Birte Schüler"Xanny"-Kult unter Jugendlichen: Wie Musik und TikTok Xanax verharmlosen
Das verschreibungspflichtige Medikament Xanax entwickelt sich zunehmend zu einem Problem in der Jugendkultur – besonders in Großstädten wie München. In der Umgangssprache oft als "Xanny" bezeichnet, hat die Droge durch Musik, soziale Medien und Gruppenzwang an Bedeutung gewonnen. Künstler und Online-Trends tragen maßgeblich dazu bei, den Konsum als normal – ja sogar erstrebenswert – darzustellen.
Seit 2019 verbreitet sich der Begriff "Xanny" rasant in der deutschen Jugendkultur. Rapper wie Luciano oder Capital Bra erwähnen die Substanz regelmäßig in ihren Texten. Plattformen wie TikTok und Instagram trieben die Popularität weiter voran – durch virale Challenges und Memes. Zwar spielten auch Streamingdienste wie Spotify eine Rolle, doch ihr Einfluss war weniger direkt als die explosionsartige Reichweite sozialer Medien.
Xanax, generisch als Alprazolam bekannt, gilt vielen Jugendlichen als einfacher Ausweg aus Stress oder der Realität. Nutzer beschreiben die Wirkung oft als ein Gefühl der Ruhe oder Schwerelosigkeit. Selbst prominente Musiker wie Billie Eilish thematisierten die Droge in ihren Werken – ihr Album "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" (2019) löste eine breitere Debatte über Substanzkonsum bei Teenagern und jungen Erwachsenen aus.
Die leichte Verfügbarkeit verschärft das Problem. In Städten wie München ist Xanax oft einfacher zu beschaffen als Opioide oder Valium. Diese Zugänglichkeit, kombiniert mit einer kulturellen Verherrlichung, macht die Droge besonders attraktiv für die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Doch der Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente wie Xanax birgt erhebliche Risiken – von schwerer Abhängigkeit bis hin zu langfristigen psychischen Problemen und sozialen Schwierigkeiten.
Der Aufstieg von "Xanny" spiegelt einen größeren Trend wider: wie Drogenkonsum heute vermittelt und wahrgenommen wird. Musik, soziale Medien und Peer-Groups haben die Substanz tief in der Jugendkultur verankert. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die Folgen – Abhängigkeit, psychische Belastungen und eingeschränkte Alltagsfähigkeit – weiter zunehmen.






