Wasserstoff-Förderung in Deutschland: Milliarden fließen – doch kaum einer nutzt sie
Birte SchülerWasserstoff-Förderung in Deutschland: Milliarden fließen – doch kaum einer nutzt sie
Deutschlands Wasserstoff-Infrastruktur: Millardenförderung, magere Ergebnisse
Der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland ist auf massive Hindernisse gestoßen – Millionen an Subventionen blieben ungenutzt oder wurden zurückgegeben. Trotz ehrgeiziger Ziele hemmen geringe Nachfrage und hohe Kosten den Fortschritt. Kritiker stellen mittlerweile infrage, ob die Förderstrategie von Anfang an sinnvoll konzipiert war.
Zwischen 2018 und 2025 hatte die Bundesregierung 61 Millionen Euro für den Bau von Wasserstofftankstellen bewilligt. Doch tatsächlich ausgezahlt wurden nur 16,3 Millionen Euro. Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro zurück – ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Projekte nie realisiert wurden. Das Programm wurde inzwischen eingestellt, mit dem Ergebnis, dass lediglich 20 Tankstellen fertiggestellt wurden – weit entfernt vom ursprünglichen Ziel von 100 Stationen.
Auch in Bayern zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Freistaat stellte für 2024 und 2025 knapp 120 Millionen Euro für den Bau von Elektrolyseuren bereit, doch bis 2025 wurden davon nur 4,1 Millionen Euro abgerufen. Deutlich besser lief es beim Energie-Forschungsprogramm, wo bis Ende 2025 über die Hälfte der 142 Millionen Euro an Fördergeldern beantragt wurden.
Die Bundesregierung setzt nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem industriellen Nutzern dienen soll. Experten zweifeln jedoch daran, dass Wasserstoff für Heizzwecke oder im Verkehr wirtschaftlich sinnvoll wird – die Produktionskosten sind einfach zu hoch. Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, Steuergelder in schlecht geplante Initiativen verschwendet zu haben.
Selbst bei einem Ausbau der Infrastruktur bliebe Deutschland stark von Wasserstoffimporten abhängig – ähnlich wie derzeit bei Erdgas. Die zögerliche Inanspruchnahme der Fördermittel offenbart eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Da der Großteil der Gelder ungenutzt bleibt und zentrale Projekte aufgegeben wurden, ist die Zukunft von Wasserstoff in Verkehr und Wärmeerzeugung ungewiss. Die Neuausrichtung der Regierung auf industrielle Anwendungen deutet auf eine konzentriertere, aber auch eingeschränktere Strategie hin.






