Syrien lockt Investoren: Deutsche Firmen setzen auf Wiederaufbau und Handel
Silvester SeipSyrien lockt Investoren: Deutsche Firmen setzen auf Wiederaufbau und Handel
Syrien zieht erneut globales Investoreninteresse auf sich, da die Wirtschaft Anzeichen einer Erholung zeigt. Deutsche Unternehmen und Regierungsvertreter intensivieren ihr Engagement und haben vor allem den Wiederaufbau und den Handel im Blick. Aktuelle Reformen und Infrastrukturprojekte deuten auf einen Wandel nach Jahren des Konflikts hin.
Die syrische Regierung hat wichtige finanzpolitische Änderungen vorangetrieben, darunter eine Währungsreform. Neue Banknoten wurden eingeführt, und zwei Nullen wurden aus den Nennwerten gestrichen, um Transaktionen zu vereinfachen. Diese Maßnahmen fallen mit der besten Bewertung Syriens in puncto politischer Transformation zusammen, wie der Bertelsmann Transformationsindex (BTI) in seiner Untersuchung von 137 Ländern feststellte.
Deutsche Unternehmen sind bereits aktiv geworden: Der bayerische Hersteller Knauf unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks in Syrien. Gleichzeitig prüft Siemens Energy Pläne zur Modernisierung des Stromnetzes des Landes. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über eine "blühende Handelsbeziehung" zwischen beiden Ländern.
Auch die internationale Unterstützung wächst. Die Weltbank schätzt den Wiederaufbaubedarf Syriens auf 216 Milliarden US-Dollar, wobei fast ein Drittel allein für Wohnraum vorgesehen ist. Golfstaaten haben über 28 Milliarden Dollar für Projekte wie Flughäfen, ein U-Bahn-System und Luxushotels zugesagt. Die staatliche deutsche Förderbank KfW hat seit Anfang letzten Jahres Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro für den Wiederaufbau bewilligt. Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV) betonte das "enorme Potenzial" der syrischen Wiederaufbaubemühungen.
Syriens wirtschaftlicher Aufschwung gewinnt an Fahrt, gestützt durch ausländische Investitionen und Infrastrukturvorhaben. Deutsche Unternehmen und Politiker sehen langfristige Vorteile in der Wiederbelebung der Handelsbeziehungen. Mit Milliardenzusagen und laufenden Reformen dürfte sich der Wiederaufbau des Landes in den kommenden Jahren deutlich beschleunigen.






