IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Spitzenverdiener sollen mehr zahlen
Antoinette HettnerIG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Spitzenverdiener sollen mehr zahlen
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat eine grundlegende Reform des deutschen Steuersystems gefordert. In einem Interview mit der Rheinischen Post schlug er vor, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz von derzeit rund 70.000 Euro auf 100.000 Euro pro Jahr anzuheben. Sein Konzept sieht zudem neue Abgaben für Superreiche vor, um öffentliche Investitionen zu finanzieren.
Vassiliadis argumentierte, die Mittelschicht trage derzeit einen zu großen Teil der Steuerlast. Um dies zu entlasten, regte er an, den Spitzensteuersatz um zwei oder drei Prozentpunkte zu erhöhen – vorausgesetzt, die Freigrenze werde angehoben. Er bleibt Befürworter eines linear-progressiven Steuermodells, das sicherstellt, dass Geringverdiener kaum oder keine Steuern zahlen.
Gleichzeitig räumte er Bedenken von Wirtschaftsvertretern ein, wonach höhere Steuern auf Betriebsvermögen die Unternehmen belasten könnten. Stattdessen plädierte er für eine stärkere Erbschaftsteuer, um zu verhindern, dass Vermögende sich ihrer Steuerpflicht entziehen. Für Einkommen über 200.000 Euro schlägt er eine neue Vermögenssteuer vor.
Der Gewerkschaftschef forderte zudem eine Sonderabgabe für die Ultrareichen. Diese profitierten seiner Ansicht nach von einer starken Infrastruktur und Sicherheit, die wiederum ihre Geschäfte stützten. Die zusätzlichen Einnahmen sollten in die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen, die Verteidigung und die wirtschaftliche Stabilität fließen.
Vassiliadis’ Vorschläge zielen darauf ab, die Steuerlast stärker auf Spitzenverdiener zu verlagern und gleichzeitig die Mittelschicht zu entlasten. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde sich die Finanzierung öffentlicher Ausgaben und der Infrastruktur in Deutschland grundlegend ändern. Die Debatte über eine Steuerreform dürfte anhalten, während Politiker die Vorlagen prüfen.






