RAW-Gelände in Berlin: Kulturelle Ikonen vor dem Aus durch Umnutzungspläne
Antoinette HettnerRAW-Gelände in Berlin: Kulturelle Ikonen vor dem Aus durch Umnutzungspläne
Berlins kultige RAW-Fläche in Gefahr: Clubs und Kulturstätten droht die Schließung
Die Zukunft des berühmten RAW-Geländes in Berlin steht auf dem Spiel: Mehrere Clubs und kulturelle Einrichtungen müssen um ihr Überleben bangen. Der Eigentümer, das familiengeführte Unternehmen Kurth, verweigert die Verlängerung von Mietverträgen und hat die Betriebserlaubnis für zentrale Orte wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia widerrufen. Ein eskalierender Streit um Umnutzungspläne treibt Betreiber und lokale Politiker in eine Zwickmühle – eine Lösung muss bis Ende des Monats gefunden werden.
Seit 2015 gehört das RAW-Gelände der Kurth-Gruppe, die es nun in Wohnungen, Büros und ein Hochhaus umwandeln will. Doch die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg hat solche Vorhaben untersagt. Trotzdem drängt das Unternehmen voran und hat eine inoffizielle Frist bis Monatsende gesetzt, um sein Wohnprojekt durchzusetzen.
Die Clubbetreiber wehren sich gegen den Druck und lehnen kurzfristige Kompromisse ab. Sie fordern eine klare, langfristige Vereinbarung zum Schutz der kulturellen Räume. Ein von SPD, Grünen und Linken unterstützter Resolutionsentwurf sieht vor, soziokulturelle Einrichtungen unter stark subventionierten Bedingungen für mindestens 30 Jahre zu sichern. Doch es gibt Streit darüber, wie schnell dieser Entwurf in einen verbindlichen Plan umgesetzt werden soll – Kurth kritisiert die Verzögerungen.
Als Protest gegen die drohenden Schließungen ist für diesen Samstag eine Rave-Demonstration geplant. Unterstützer betonen, dass das RAW-Gelände ein unverzichtbarer Teil der Berliner Kulturszene sei und vor kommerzieller Umnutzung bewahrt werden müsse.
Die Zukunft des RAW-Geländes hängt nun von Verhandlungen zwischen Kurth, den Clubbetreibern und den lokalen Behörden ab. Sollte bis zum selbstgesetzten Ultimatum des Unternehmens keine Einigung erzielt werden, könnten weitere Einrichtungen endgültig schließen. Die Entscheidung wird zeigen, ob der Ort als kulturelles Zentrum erhalten bleibt – oder sich in eine Wohn- und Bürolandschaft verwandelt.






