Philologenverband wirft Regierung Versagen bei Schulsanierung vor
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Verwendung der Mittel aus dem 500-Milliarden-Sondervermögen im Jahr 2025 scharf kritisiert. Nach Angaben des Verbands erreichten weite Teile der geliehenen Gelder die Schulen nicht, sodass dringend notwendige Sanierungen und Modernisierungsprojekte unfinanziert blieben. Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und des ifo Instituts bestätigen diese Vorwürfe: Die aufgenommenen Schulden flossen demnach nicht in zusätzliche Bildungsinvestitionen.
Der DPhV hatte gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Schulsanierung bereitzustellen. Stattdessen wirft der Verband der Bundesregierung vor, gegen Artikel 143h des Grundgesetzes verstoßen zu haben, da die Mittel nicht – wie vorgeschrieben – für neue Investitionen verwendet wurden. Der Sanierungsstau an Schulen beläuft sich mittlerweile auf 67,8 Milliarden Euro, und die Summe wächst weiter.
Die Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing warnte, dass künftige Generationen die Schuldenlast tragen müssten, ohne bessere Lernbedingungen vorzufinden. Sie betonte, Schulen müssten endlich zu würdigen Orten werden, die Schülerinnen und Schüler verdienten.
Kritik übte der DPhV auch am DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro für die digitale Bildung vorsieht. Zwar sei die Förderung begrüßenswert, doch reiche sie bei Weitem nicht aus und leide unter strukturellen Schwächen. Um die Krise zu bewältigen, fordert der Verband die Bundesländer auf, sich zu einigen und die Bildung im Rahmen des Sondervermögens Priorität einzuräumen.
Die Kritik des DPhV fällt in eine Zeit, in der Studien bestätigen, dass die Kreditaufnahme 2025 keine der versprochenen Verbesserungen für Schulen brachte. Angesichts steigender Sanierungskosten und unterfinanzierter Programme pocht der Verband auf sofortiges Handeln. Ohne eine Neuausrichtung der Förderpolitik drohe sich der Investitionsstau in der Schulinfrastruktur weiter zu verschärfen.






