09 March 2026, 14:37

Notfallzulassung für Herbizid gegen aggressive Zypergrasnuss auf 100.000 Hektar

Ein Feld mit hellgelben Maiskörnern, die ordentlich auf dem Boden verteilt sind.

Notfallzulassung für Herbizid gegen aggressive Zypergrasnuss auf 100.000 Hektar

Deutsche Landwirte haben nun ein neues Mittel im Kampf gegen die Gelbe Zypergrasnuss (Cyperus esculentus), ein aggressives und sich rasant ausbreitendes Unkraut. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine 120-tägige Notfallzulassung für das Herbizid Permit erteilt, das in diesem Jahr auf bis zu 100.000 Hektar eingesetzt werden darf. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass die invasive Pflanze über 300.000 Hektar Ackerland bedroht – allein in Niedersachsen sind 250.000 Hektar betroffen.

Die Gelbe Zypergrasnuss stellt für den Ackerbau eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere in Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln. Sobald sich das Unkraut einmal etabliert hat, ist es aufgrund seines unterirdischen Netzwerks aus Trieben und Knollen kaum noch zu bekämpfen. Es breitet sich wellenartig aus, weshalb chemische Maßnahmen nur ein Teil der Lösung sind – integrierte agronomische Strategien sind ebenfalls unverzichtbar.

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Der Wirkstoff in Permit, Halosulfuron-methyl, gehört zur Gruppe der Sulfonylharnstoff-Herbizide und wirkt systemisch sowie selektiv, indem er über Blätter und Wurzeln aufgenommen wird. Die diesjährige Zulassung erlaubt den Einsatz von bis zu 3.500 Kilogramm des Mittels – eine deutliche Steigerung gegenüber den 1.050 Kilogramm, die 2025 für 30.000 Hektar vorgesehen waren. Landwirte dürfen Permit in einer maximalen Gesamtmenge von 35 Gramm pro Hektar ausbringen, aufgeteilt auf zwei Anwendungen während spezifischer Wachstumsphasen des Maises (BBCH 14 und BBCH 16), mit einem Abstand von 7 bis 12 Tagen zwischen den Behandlungen. Auf drainierten Flächen ist der Einsatz des Herbizids jedoch aus Umweltschutzgründen nicht gestattet.

Dr. Dirk Wolber rät dazu, Permit mit einer Vorauflaufbehandlung wie Adengo oder Iseran zu kombinieren, gefolgt von einer möglichen Nachauflaufanwendung von Maister, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Hartnäckigkeit des Unkrauts zu bekämpfen und seine langfristigen Ertragsauswirkungen zu verringern.

Die Notfallzulassung von Permit bringt den Landwirten in ganz Deutschland vorläufige Entlastung im Kampf gegen die Gelbe Zypergrasnuss. Mit strengen Anwendungsvorschriften und einem begrenzten Behandlungsfenster bietet das Herbizid eine gezielte Lösung – Experten betonen jedoch, dass eine nachhaltige Bekämpfung umfassendere agronomische Maßnahmen erfordert. Im Rahmen der aktuellen Zuteilung könnten bis zu 3.500 Hektar der 300.000 befallenen Flächen behandelt werden.

Quelle