07 February 2026, 15:19

Niedersachsens Apotheker drohen mit Protesten gegen gebrochene Wahlversprechen der Koalition

Ein Plakat mit Text über Preisunterschiede bei Arzneimitteln im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Niedersachsens Apotheker drohen mit Protesten gegen gebrochene Wahlversprechen der Koalition

Apotheker in Niedersachsen werfen der Koalition vor, Wahlversprechen gebrochen zu haben

Die Apotheker in Niedersachsen werfen der Landesregierung vor, ihr Wahlkampfversprechen zur Erhöhung der finanziellen Unterstützung nicht eingehalten zu haben. Der Niedersächsische Apothekerverband (LAV) warnt, dass die ausbleibende Anpassung der Festbeträge viele Apotheken an den Rand des Ruins treibe. Da täglich über 400.000 Menschen in der Region auf ihre Leistungen angewiesen sind, drohe bei weiterem Nichtstun eine Verschlechterung der Versorgung.

In einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil äußert der Verband tiefe Enttäuschung. Die Apothekengebühren seien seit 2013 eingefroren – und lägen damit immer noch auf dem Stand von 2004 –, obwohl die Kosten stetig stiegen. Der Entwurf zur Apothekenreform gehe nicht weit genug, da er keine Erhöhung des Festbetrags auf 9,50 Euro vorsehe – eine Maßnahme, die der LAV für das Überleben der Branche als unverzichtbar ansieht.

Bundesweit schrumpft die Zahl der Apotheken Allein 2025 schlossen 502 Apotheken, während nur 62 neu eröffneten – aktuell gibt es noch 16.601. Besonders betroffen sind einige Bundesländer: Brandenburg zählt noch 523 Apotheken, Bremen 118, das Saarland 249 und Schleswig-Holstein 554. Der Negativtrend zeigt keine Anzeichen einer Besserung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der LAV warnt: Ohne eine Gebührenerhöhung werde die Unterstützung für die Koalitionsparteien unter Apothekern weiter schwinden. Der Verband droht mit langwierigen Schlichtungsverfahren und öffentlichen Kampagnen, um Druck aufzubauen. Bereits jetzt nehme die Unzufriedenheit der Patienten zu, und weitere Schließungen würden den Zugang zu Medikamenten zusätzlich erschweren.

Streitpunkt: Mindestgebühr von 9,50 Euro Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Forderung nach einem Festbetrag von mindestens 9,50 Euro pro Rezept – eine Summe, die der LAV als existenziell für den Erhalt der Apotheken bezeichnet. Ohne diese Anpassung prophezeit der Verband weitere Schließungen und eine Verschlechterung der Versorgung für Millionen von Patienten. Die Regierung steht nun unter Zugzwang, bevor sich die Lage weiter zuspitzt.