Merz setzt Rentenreform durch: Mindestrente und längere Arbeitszeiten geplant
Antoinette HettnerMerz setzt Rentenreform durch: Mindestrente und längere Arbeitszeiten geplant
Bundeskanzler Friedrich Merz hat bekannt gegeben, dass die Regierung die Vorschläge der Rentenkommission vollständig übernehmen wird. Die Reformen zielen darauf ab, eine Mindestrente einzuführen und die Arbeitszeit zu verlängern, indem das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung geknüpft wird. Finanziert werden soll dies durch höhere Bundeszuschüsse sowie Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
Die Rentenkommission schlägt vor, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu ein Prozent des Bruttolohns in ein kapitalgedecktes Rentensystem einzahlen. Dieses System garantiert jedoch keine Renditen von mehr als drei Prozent pro Jahr. Zudem bleibt es anfällig für Börsencrashs und ist damit weniger sicher als das bestehende gesetzliche Rentensystem.
Das gesetzliche System hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als stabil und krisenresistent erwiesen. Sein Anteil an den Staatsausgaben, gemessen am BIP, ist in diesem Zeitraum sogar gesunken. Kritiker weisen die Behauptung zurück, jüngere Arbeitnehmer hätten keine Vorteile davon – diese sei schlicht falsch.
Von den Reformen werden vor allem einkommensschwache Gruppen betroffen sein. Diese haben bereits jetzt eine geringere Lebenserwartung als wohlhabendere, privat versicherte Bürger. Experten warnen, die Änderungen könnten zu einer Umverteilung von unten nach oben führen und die Ungleichheit weiter verschärfen.
Die Rentenerform der Regierung umfasst eine steuerfinanzierte Mindestrente sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Das kapitalbasierte Modell birgt Risiken, während das bestehende gesetzliche System weiterhin robust bleibt. Die Maßnahmen werden voraussichtlich einkommensschwache Haushalte überproportional belasten.






