Medienriesen schlucken lokale Zeitungen: Rheinische Post übernimmt westfälische Titel
Antoinette HettnerMedienriesen schlucken lokale Zeitungen: Rheinische Post übernimmt westfälische Titel
In der deutschen Zeitungsbranche schreitet die Konsolidierung weiter voran, während große Verlage ihre Marktposition ausbauen. Anfang März kündigte die Rheinische Post an, die westfälischen Tageszeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu übernehmen. Dies folgt auf die Übernahme der Kölnischen Rundschau durch DuMont vom Heinen Verlag Ende Februar.
Durch den Deal würde die Rheinische Post zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen. Sollte die Übernahme genehmigt werden, setzt sich damit der Trend fort, dass große Medienkonzerne kleinere, unabhängige Verlage schlucken.
Die Wettbewerbsbehörde, das Bundeskartellamt, wird den Zusammenschluss prüfen. Dabei konzentriert sich die Bewertung ausschließlich auf Leserzahlen und Werbemärkte. Rechtlich darf nicht berücksichtigt werden, wie sich der Deal auf die journalistische Vielfalt oder das Meinungsspektrum für die Leser auswirken könnte.
Die geplante Übernahme würde die Zahl der unabhängigen Verlage in der Region weiter verringern. Nach Abschluss des Deals würde die Rheinische Post den Tageszeitungsmarkt in Nordrhein-Westfalen dominieren. Die Entscheidung des Kartellamts hängt allein von der Marktkonkurrenz ab – nicht von der redaktionellen Bandbreite.






