Maschinenbau 2026: Wachstum nur mit Reformen und politischer Stabilität möglich
Antoinette HettnerMaschinenbau 2026: Wachstum nur mit Reformen und politischer Stabilität möglich
Deutschlands Maschinen- und Anlagenbau blickt mit verhaltener Zuversicht auf 2026
Während ein moderates Wachstum erwartet wird, warnen Branchenvertreter, dass Verzögerungen bei Reformen langfristige Schäden verursachen könnten. Auf der diesjährigen Hannover Messe wurden die Forderungen nach politischem Handeln lauter.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) prognostiziert für 2026 einen Anstieg der Produktion um ein Prozent. Dies folgt auf eine fragile Erholungsphase Ende 2025, die zu Beginn des neuen Jahres aufgrund wirtschaftlicher Risiken an Fahrt verlor. Gleichzeitig sagt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ein Produktionsplus von zwei Prozent voraus – vorausgesetzt, die Lage im Iran stabilisiert sich bis Mitte des Jahres.
Branchenvertreter drängen die Bundesregierung, grundlegende Reformen voranzutreiben. VDMA-Präsident Bertram Kawlath kritisierte halbgare Lösungen und warnte vor irreparablen Schäden, falls Brüssel und Berlin nicht handeln. ZVEI-Präsident Gunther Kegel unterstützte diese Position und forderte Fortschritte bei längst überfälligen Reformen.
Auf der Hannover Messe sprachen sich Führungskräfte für niedrigere Unternehmenssteuern, eine Deckelung der Sozialabgaben und flexiblere Arbeitszeitregelungen aus. Kawlath schlug zudem vor, das Renteneintrittsalter anzuheben, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Zwar ist die Branche nicht direkt in die Rüstungsproduktion eingebunden, könnte aber als Zulieferer eine wichtige Rolle spielen.
Hoffnung setzt die Industrie nun auf milliardenschwere Investitionen in die Verteidigung. Sollten diese umgesetzt werden, könnte sich der Anteil der verteidigungsbezogenen Umsätze innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln.
Das Wachstum im Jahr 2026 hängt sowohl von externer Stabilität als auch von innenpolitischen Weichenstellungen ab. Ohne Reformen drohen der deutschen Maschinenbau- und Ingenieursbranche nachhaltige Einbußen. Rüstungsaufträge könnten zwar einen Schub geben – doch nur, wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.






