Lehrkräfte: Soll der Beamtenstatus in Deutschland abgeschafft werden?
Goran BolnbachLehrkräfte: Soll der Beamtenstatus in Deutschland abgeschafft werden?
Die Debatte darüber, ob Lehrkräfte den Beamtenstatus behalten sollen, ist wieder aufgeflammt, nachdem Brandenburg und Sachsen umfassende Reformen prüfen. In Brandenburg arbeiten inzwischen fast ein Drittel der Lehrer an staatlichen Schulen mit regulären Arbeitsverträgen statt als Beamte. Unterdessen wird Sachsens Plan, die Verbeamtung von Lehrern schrittweise abzuschaffen, auf nationaler Ebene noch in dieser Woche beraten.
Das Thema spaltet die Bildungspolitik: Während einige Bundesländer am bisherigen System festhalten, drängen andere aufgrund von Haushaltszwängen und Pensionskosten auf Veränderungen. Die Frage nach der Verbeamtung von Lehrkräften ist seit Jahren umstritten. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2007 bestätigte, dass die Beschäftigung von Lehrern auf Basis normaler Arbeitsverträge rechtmäßig ist und nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Dennoch gehen die Länder unterschiedliche Wege.
Sachsen hatte den Beamtenstatus für Lehrer 2019 wieder eingeführt, plant nun aber, ihn schrittweise abzuschaffen. Bildungsminister Conrad Clemens nannte als Hauptgründe die angespannte Haushaltslage und die hohen Kosten für die Beamtenpensionen. Der Vorschlag des Landes wird am Donnerstag von der Kultusministerkonferenz (KMK) geprüft.
Brandenburgs neu ernannter CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann zeigt sich offen für Sachsens Pläne. Er betonte jedoch, dass eine solche Reform nur funktionieren würde, wenn alle Bundesländer sie einheitlich umsetzen. Aktuell sind 31,1 Prozent der Lehrkräfte an Brandenburgs staatlichen Schulen mit regulären Verträgen beschäftigt. Davon sind 19,7 Prozent über Quereinstiegsprogramme in den Beruf gekommen.
Berlin, das die Verbeamtung von Lehrern 2023 wieder einführte, hat keine Pläne, das Thema erneut aufzugreifen. Stand Februar 2026 waren in der Stadt nur 19 von 25.227 Lehrstellen unbesetzt – eine Vakanzquote von lediglich 2,65 Prozent. Der Erfolg des Systems steht im Kontrast zu den finanziellen Bedenken Sachsens und der rechtlichen Flexibilität, die das Urteil von 2007 ermöglicht.
Auf der KMK-Sitzung am Donnerstag wird sich zeigen, ob Sachsens Vorschlag breitere Unterstützung findet. Bei einer Zustimmung könnte die Reform die Beschäftigungsbedingungen von Lehrkräften in ganz Deutschland verändern. Bisher sind sich Länder wie Brandenburg und Berlin uneins, ob sie am bestehenden System festhalten oder es reformieren sollen.






