KNDS will Mercedes-Werk in Ludwigsfelde für Militärfahrzeuge übernehmen
Goran BolnbachKNDS will Mercedes-Werk in Ludwigsfelde für Militärfahrzeuge übernehmen
Der Rüstungskonzern KNDS steht in Verhandlungen, um seine Produktionskapazitäten in Deutschland auszubauen. Das Unternehmen plant, in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro zu investieren, da die Nachfrage nach Militärfahrzeugen steigt. Unter den möglichen Schritten laufen derzeit Gespräche mit Mercedes-Benz über ein Werk in Ludwigsfelde, dessen Zukunft ungewiss ist.
KNDS prüft die Übernahme des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde bei Berlin. Der Automobilhersteller beabsichtigt, die Produktion des Sprinter-Transporters bis etwa 2030 nach Jawor in Polen zu verlagern, wodurch der deutsche Standort ohne klare Perspektive zurückbleibt. Eine der diskutierten Optionen sieht vor, Teile des Ludwigsfelder Werks an KNDS zu verpachten, um dort Militärfahrzeuge herzustellen – darunter den gepanzerten Radtransporter Boxer. Die Bundeswehr plant in naher Zukunft die Beschaffung von bis zu 3.000 dieser Fahrzeuge.
Darüber hinaus hat das Unternehmen Gespräche über die Übernahme des Volkswagen-Werks in Osnabrück geführt, dessen Schließung für 2027 vorgesehen ist. Zwar hatte Rheinmetall zuvor Interesse an dem Standort bekundet, sich später aber aus den Verhandlungen zurückgezogen. Dies folgt auf die Übernahme des Alstom-Werks in Görlitz durch KNDS im vergangenen Jahr und unterstreicht die Strategie des Konzerns, seine Produktionskapazitäten auszuweiten.
Neben konkreten Standorten verhandelt KNDS mit mehreren Unternehmen, um zusätzliche Fertigungsflächen zu sichern. Die Investition von einer Milliarde Euro soll die Kapazitäten erhöhen, da die militärische Nachfrage in ganz Europa wächst.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks in Ludwigsfelde steht noch aus. Falls die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, würde KNDS wichtige Produktionsstätten gewinnen, um die steigenden Aufträge für gepanzerte Fahrzeuge zu bedienen. Das Ergebnis hängt von den laufenden Gesprächen mit Mercedes-Benz und anderen potenziellen Partnern ab.






