Jungheinrich schließt Lüneburger Werk nach 40 Jahren Sonderanfertigungen
Goran BolnbachJungheinrich schließt Produktion in Lüneburg - Jungheinrich schließt Lüneburger Werk nach 40 Jahren Sonderanfertigungen
Jungheinrich schließt Werk in Lüneburg bis März 2027 – Ende einer fast 40-jährigen Sonderanfertigungs-Ära
Der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich hat die Schließung seines Werks in Lüneburg bis März 2027 bekannt gegeben und setzt damit einem fast vier Jahrzehnte währenden Kapitel der Spezial-Gabelstaplerproduktion ein Ende. Die Entscheidung fällt trotz der Rentabilität des Standorts und folgt auf einen langwierigen Konflikt mit der Belegschaft, der auch einen 80-tägigen Streik umfasste. Mit den betroffenen 160 Mitarbeitenden wurde nun ein Sozialplan im Wert von mehreren Zehnmillionen Euro vereinbart.
Das Lüneburger Werk war 1989 nach einer Investition von 12 Millionen D-Mark eröffnet worden und hatte sich auf maßgefertigte und kleinserienmäßige Stapler spezialisiert – etwa Hubwagen für enge Lagergassen oder schwere Lasten. Die Produktion blieb eine Nische für individuell angepasste Lösungen, wobei keine aktuellen Angaben zu technologischen oder nachfragebedingten Veränderungen vorliegen.
Die Verhandlungen über die Werksschließung zogen sich über vier Tage hin und umfassten Interessenausgleich, Sozialplan sowie eine Lohnvereinbarung. Seit dem 20. November 2024 hatten die Beschäftigten gegen die geplante Stilllegung gestreikt. Das ausgehandelte Paket sieht nun Abfindungen sowie die Gründung einer Transfergesellschaft vor, die entlassenen Mitarbeitenden bei der Stellenvermittlung hilft.
Die Schließung ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, das Jungheinrich 2024 ankündigte und das weltweit rund 1.000 Arbeitsplätze betrifft. Im selben Jahr verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 289 Millionen Euro bei einem Umsatz von etwa 5,4 Milliarden Euro. Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Entscheidung trotz der großzügigen Abfindungsregelungen als Fehler.
Die Produktion in Lüneburg wird bis Ende März 2027 eingestellt – das Ende eines Standorts, der für seine speziellen Staplerlösungen bekannt war. Die 160 Beschäftigten erhalten Unterstützung durch Abfindungen und Vermittlungsdienstleistungen. Der Schritt reiht sich in die globale Umstrukturierung von Jungheinrich ein, auch wenn das Unternehmen wirtschaftlich weiterhin solide dasteht.
Local push to save Lüneburg jobs preceded final closure deal
Efforts to preserve the Lüneburg site began in summer 2024 with a city council resolution supporting job retention. Key developments included:
- Jungheinrich initially pledged to keep 100 jobs in the region.
- The council secured assurances for 140 jobs to remain in Lüneburg.
- These early negotiations laid groundwork for the 80-day strike and final social plan.






