07 April 2026, 12:39

Junge Hallenser sammeln für Gedenktafel der 155 Sobibor-Opfer aus ihrer Stadt

Plaque angebracht an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Plaque für die Opfer des Holocaust" in einem dunklen Material mit einem dekorativen Rahmen.

Junge Hallenser sammeln für Gedenktafel der 155 Sobibor-Opfer aus ihrer Stadt

Eine Gruppe junger Aktivist:innen aus Halle hat durch Spendenaktionen und Altmetallsammlungen Gelder für eine Gedenktafel gesammelt, die an 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt erinnern soll. Diese Männer, Frauen und Kinder waren während des Holocaust in das Vernichtungslager Sobibor deportiert worden. Das Projekt, das ausschließlich durch Spenden und den Verkauf von Schrott finanziert wird, sieht vor, dass die Tafel am Gedenkort in Polen angebracht wird.

Die Initiative ging von jungen Menschen aus Halle aus, die Altmetall sammelten und Spendenkampagnen organisierten. Ihre Bemühungen tragen die gesamte Finanzierung der Gedenktafel, die derzeit von einem ortsansässigen Steinmetz gefertigt wird. Das Design, das in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Comic-Künstler Nils Oskamp entstand, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen – ein Symbol für Verbindung und Solidarität.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Tafel würdigt die jüngste bekannte Opferin aus Halle, die erst 16 Monate alte Chana Baer, sowie die Familien, die versuchten, einander zu schützen. Sie ist Teil des Projekts "Tagebuch der Gefühle", bei dem Teilnehmer:innen persönliche Reflexionen über das Leben der Opfer verfasst haben. Viele der jungen Aktivist:innen planen, im Juni 2026 nach Sobibor zu reisen, um die fertige Gedenktafel zu sehen und mehr über die Geschichte des Ortes zu erfahren.

Die Gedenkstätte wird im ehemaligen Vernichtungslager in dessen Gedenkbereich stehen und so dafür sorgen, dass die Geschichten der Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

Die Tafel dient als dauerhafte Ehrung für die 155 jüdischen Menschen aus Halle, die in Sobibor ermordet wurden. Vollständig durch gemeinschaftliches Engagement finanziert, spiegelt sie das Engagement der jungen Beteiligten wider, diese Geschichte zu bewahren. Ihr Besuch im Jahr 2026 wird den Abschluss eines Projekts markieren, das auf Bildung und Erinnerung gründet.

Quelle