Halbmarathon in Berlin: Eine Läuferin kämpft für Sea-Watch und Solidarität
Antoinette HettnerHalbmarathon in Berlin: Eine Läuferin kämpft für Sea-Watch und Solidarität
An einem klaren Morgen an der Flughafenstraße vibrierte der Berlin-Halbmarathon vor Energie. Unter den Läufer:innen befand sich E., eine engagierte Teilnehmerin, die bereits zum sechsten Mal an den Start ging. Diesmal war ihr Ziel klar: Spenden für Sea-Watch zu sammeln, die humanitäre Organisation, die auf See Geflüchteten hilft.
Während sie sich aufwärmte, erfüllte dramatische Musik die Luft – Rosalías Stimme verkündete: "Mein Zorn ist ihr Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut." Der Song gab den Ton an für einen Tag voller Entschlossenheit und Zusammenhalt.
Für E. ist die Reise zum Berliner Halbmarathon längst zur jährlichen Tradition geworden. Jedes Jahr kehrt sie zurück, angetrieben von der persönlichen Herausforderung und einer Sache, die ihr am Herzen liegt. Diesmal trug sie eine dünne rote Jacke – ein Geschenk einer Freundin –, die sie aus der Masse der Läufer:innen herausstechen ließ.
Trotz der Erschöpfung nach dem Training hatte sie noch genug Kraft für einen weiteren Lauf. Ihre Freund:innen, die sich im Tempelhofer Feld zum Picknick versammelt hatten oder in ihrer Wohnung auf sie warteten, sahen in ihr den Star des Tages. Für sie war sie mehr als nur eine Läuferin – sie war eine Heldin.
Die Atmosphäre war aufgeladen mit Musik und Emotionen. In einem Video, das unter Unterstützer:innen geteilt wurde, hallte Björks Stimme durch Szenen des Berghain und unterstrich den künstlerischen und rebellischen Geist der Veranstaltung. Doch für E. blieb der Fokus auf der Strecke vor ihr und den Leben, die ihre Anstrengungen auf See retten würden.
Am Ende des Rennens hatte E. ihren Halbmarathon erneut erfolgreich beendet und ihre sechsjährige Serie fortgesetzt. Die gesammelten Spenden fließen direkt in die Rettungseinsätze von Sea-Watch. Für ihre Freund:innen war der Tag ein Fest der Ausdauer, Freundschaft und Solidarität – und ein Grund, auch im nächsten Jahr wieder zusammenzukommen.






