Gewerkschaft warnt: Wachsende Einkommenskluft spaltet Deutschland
Die Kluft zwischen Arbeitnehmern und Spitzenverdienern in Deutschland wird immer größer – das warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In Halle (Saale) zählen gerade einmal 42 Einwohner zu den Einkommensmillionären, während rund 102.300 Menschen in Handel, Industrie und Dienstleistungen arbeiten. Die Gewerkschaft sieht in diesem Ungleichgewicht eine zunehmende Belastung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die die Gesellschaft an den Rand des Bruchs treibt.
Der NGG-Bezirk Leipzig-Halle-Dessau schlägt Alarm angesichts der sich verschärfenden sozialen Ungleichheit. Christian Ullmann, der Geschäftsführer, argumentiert, dass die aktuelle Situation rechtsextreme Bewegungen befeuert und die Demokratie gefährdet. Die Gewerkschaft fordert nun dringend politische Kurskorrekturen, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.
Derzeit zahlt ein durchschnittliches deutsches Paar etwa 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Sozialabgaben. Kapitalerträge hingegen werden mit einem pauschalen Steuersatz von nur 25 Prozent besteuert. Die NGG besteht darauf, dass diese Ungerechtigkeit durch höhere Spitzensteuersätze und eine gerechtere Vermögensverteilung ausgeglichen werden muss.
Die Gewerkschaft fordert zudem die Abschaffung des Ehegattensplittings, da dieses Frauen von der Berufstätigkeit abhalte und veraltete Rollenbilder zementiere. Zudem schlägt sie Reformen bei der Erbschaftsteuer vor, da Vermögensübertragungen derzeit nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen.
Zu den Forderungen der NGG gehören umfassende Reformen in den Bereichen Steuern, Renten und Gesundheitswesen. Ziel ist es, die wachsende Scheere zwischen Arm und Reich zu verringern. Ohne Gegenmaßnahmen, warnt die Gewerkschaft, werde sich die soziale Spannung weiter zuspitzen.






