24 March 2026, 18:30

Deutschland will Soziale Medien für Kinder unter 14 verbieten – EU-weite Altersprüfung geplant

Balkendiagramm, das die Anzahl der Social-Media-Plattformen in Schweden von 2016 bis 2017 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland will Soziale Medien für Kinder unter 14 verbieten – EU-weite Altersprüfung geplant

Deutschland drängt auf strengere Kontrollen der Sozialen Medien für Kinder. Mehrere Bundesländer fordern ein vollständiges Verbot für unter 14-Jährige, während andere verschärfte Einschränkungen für Jugendliche unter 16 vorschlagen. Die Bundesregierung setzt sich nun für europaweite Altersüberprüfungen ein, um junge Nutzer:innen vor süchtig machenden Plattformdesigns zu schützen.

Das Land Niedersachsen bezieht eine klare Position und spricht sich für ein generelles Verbot von Sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren aus. Ministerpräsident Olaf Lies warnte, dass Minderjährige den süchtig machenden Algorithmen der Plattformen schutzlos ausgeliefert seien. Er betonte die Notwendigkeit stärkerer Schutzmechanismen, um Schäden zu verhindern.

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Thüringen unterstützt ähnliche Maßnahmen, während Frankreich bereits voranschreitet: Die Nationalversammlung beschloss ein Verbot für unter 15-Jährige, das ab September 2026 in Kraft treten soll. Damit würde Frankreich zum ersten europäischen Land, das dem Vorbild Australiens folgt. Dänemark wiederum prüft Modelle mit elterlicher Zustimmung, und Spanien arbeitet an Gesetzen für unter 16-Jährige, die Plattformbetreiber rechtlich zur Verantwortung ziehen könnten.

Auf EU-Ebene schreibt der Digital Services Act (DSA) Plattformen bereits vor, altersgerechte Nutzererlebnisse zu gestalten. Die Europäische Kommission hat zudem eine Expert:innengruppe eingesetzt, die bis Sommer 2026 weitere Empfehlungen vorlegen soll. Jurist:innen warnen jedoch, dass nationale Verbote mit EU-Recht kollidieren könnten.

Die Bundesregierung fordert Irland – Sitz vieler Sozialer-Medien-Hauptquartiere – auf, sich für strengere Jugendschutzregeln in ganz Europa einzusetzen. Die Ministerin für Europäische Angelegenheiten, Melanie Walter, schlug vor, den EU-Digitalen-Identitätsausweis (EUDI Wallet) für verpflichtende Altersprüfungen zu nutzen. Plattformen müssten dann das Alter ihrer Nutzer:innen überprüfen, dabei aber den Datenschutz wahren.

Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, süchtig machende Algorithmen und KI-gestützte Empfehlungen für jüngere Nutzer:innen einzuschränken. Soziale Medien würden damit verpflichtet, sichere Altersverifikationssysteme einzuführen. Sollten diese Regeln umgesetzt werden, könnten sie die Nutzung von Plattformen für Minderjährige in ganz Europa grundlegend verändern.

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