19 April 2026, 12:31

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für militärische Drohnenabwehr – doch nicht alle sind begeistert

Schwarze und weiße Fotografie eines Fabrikinneren mit Arbeitern, die Maschinen bedienen, Metallstangen und -pole, beschriftet mit "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik Deutschlands" unten.

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für militärische Drohnenabwehr – doch nicht alle sind begeistert

Neues Joint Venture bringt Drohnenproduktion für militärische Zwecke nach Brandenburg an der Havel

Ein gemeinsames Unternehmen von HD Advanced Technologies (HDAT) und dem amerikanisch-israelischen Konzern OAS soll in Brandenburg an der Havel autonome Abwehrsysteme für zivile und militärische Nutzung herstellen. Das Vorhaben sorgt unter lokalen Politikern und Bürgern für Diskussionen.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist seit 1991 in Brandenburg an der Havel ansässig und produziert dort Komponenten für Druckmaschinen. Ihre Tochterfirma HDAT kooperiert nun mit OAS, um den Fokus auf Drohnenabwehrtechnologie zu verlagern. Das Werk beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik an.

Das Joint Venture will seine Systeme zunächst in Deutschland und der Ukraine vermarkten, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt. Ondas-CEO Eric Brock betonte, Europa müsse kritische Infrastruktur vor Drohnenangriffen schützen. Doch das Projekt stößt auf Widerstand.

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Lokale Politiker der Linken, darunter Christin Willnat und Andreas Kutsche, kritisierten die Umstellung auf Rüstungsproduktion und forderten stattdessen Investitionen in zivile Technologien. Dominik Mikhalkevich, ein weiterer Gegner des Vorhabens, verwies auf die Vernachlässigung des Stadtteils Hohenstücken und plädierte für eine Stärkung der zivilen Wirtschaft anstelle einer "Kriegsökonomie". Auch Heidi Hauffe, Vorsitzende der BSW vor Ort, warnte vor Risiken für die Stadt.

Brandenburgs Oberbürgermeister Daniel Keip hingegen unterstützt das Projekt. Es werde die Position der Stadt als Industriestandort festigen, so Keip.

Trotz lokaler Vorbehalte soll die Drohnenabwehr-Produktion wie geplant voranschreiten. Die bestehende Belegschaft und die Ausbildungsprogramme des Werks werden das neue Vorhaben tragen. Bei Erfolg könnte Brandenburg an der Havel zu einem zentralen Lieferanten autonomer Abwehrtechnologie in Europa werden.

Quelle