Bosch-Chef verteidigt deutsche Arbeitsmoral und fordert Reformen für mehr Anreize
Silvester SeipBosch-Chef verteidigt deutsche Arbeitsmoral und fordert Reformen für mehr Anreize
Stefan Hartung, Vorstandsvorsitzender von Bosch, hat die deutsche Arbeitsmoral gegen Kritik verteidigt, wonach die Menschen im Land zu wenig arbeiten. Sein Argument: Das eigentliche Problem liege darin, Arbeit finanziell lohnender zu gestalten – und nicht darin, die Beschäftigten an den Pranger zu stellen.
Hartung wies Vorwürfe zurück, den Deutschen fehle es an Arbeitsethos. Stattdessen benannte er hohe Steuern als zentrales Hindernis und forderte Anreize, um mehr Arbeitsstunden attraktiv zu machen. Schon eine kleine Steigerung – etwa eine zusätzliche Stunde pro Woche – könnte seiner Meinung nach über alle Einkommensgruppen hinweg Wirkung zeigen.
Zudem bezeichnete er die von der Regierung angekündigte "Reformfrühling"-Initiative als zu simplifizierend. Viele geplante Maßnahmen, so Hartung, scheiterten in der Praxis an komplexeren Hürden, als die Politik suggeriere.
Der Bosch-Chef nannte drei Schlüsselfaktoren für wirtschaftliches Wachstum: eine moderne Infrastruktur, entlastete Unternehmen und ein hochwertiges Bildungssystem. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche lobte er für ihre unternehmerische Erfahrung und zeigte sich zuversichtlich, dass sie die richtigen Weichen stelle.
Hartungs Botschaft war eindeutig: "Arbeit muss sich lohnen – dann arbeiten die Menschen auch hart." Eine Kritik an deutschen Arbeitnehmern lehnte er ab und betonte, dass Motivation vor allem von fairen Gegenleistungen abhänge.
Seine Aussagen unterstreichen den Bedarf an politischen Kurskorrekturen, um die Produktivität zu steigern. Mit dem Fokus auf Steuerentlastungen, Infrastruktur und Bildung will Hartung Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich zusätzlicher Einsatz auszahlt. Nun steht die Regierung in der Pflicht, auf diese Reformforderungen zu reagieren.






