18 April 2026, 00:38

Betriebliche Altersvorsorge: Warum sie oft teurer ist als gedacht

Kreuzworträtsel mit den Wörtern "Verlust, Risiko und Risiko" auf einer Zeitung voller Text und Zahlen.

Betriebliche Altersvorsorge: Warum sie oft teurer ist als gedacht

Rund 19,49 Millionen Menschen in Deutschland beziehen derzeit eine betriebliche Altersvorsorge oder haben Anspruch darauf. Zwar bieten diese Modelle langfristige Sparmöglichkeiten, doch sind sie mit strengen Regeln und finanziellen Abstrichen verbunden. Ab 2026 gibt es zwar einen steuerfreien Freibetrag von 197,75 Euro pro Monat für die Krankenversicherungsbeiträge auf Rentenzahlungen – doch andere Belastungen bleiben für die Bezieher beträchtlich.

Die betriebliche Altersvorsorge ist direkt an den Arbeitgeber gebunden, was bei einem Jobwechsel zu Problemen führen kann. Ein Wechsel des Anbieters ist oft mit Gebühren verbunden, und wer das Unternehmen innerhalb von drei Jahren verlässt, riskiert den Verlust der Arbeitgeberzuschüsse. Der Vertrag selbst lässt sich in der Regel nicht kündigen, verkaufen oder vorzeitig auflösen – außer in seltenen Ausnahmefällen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Während der Ansparphase haben Beschäftigte keinen Einfluss darauf, wie ihre Beiträge angelegt werden. Wer über eine Gehaltsumwandlung einzahlt – also einen Teil des Lohns in die Altersvorsorge fließen lässt –, muss zudem mit Kürzungen bei der gesetzlichen Rente rechnen. Wer beispielsweise 30 Jahre lang monatlich 180 Euro umwandelt, könnte später etwa 40 Euro weniger staatliche Rente erhalten.

Im Rentenalter werden die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Hinzu kommt, dass Rentner die gesamten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung allein tragen müssen – also auch den Anteil, den sonst der Arbeitgeber übernimmt. Der ab 2026 geplante steuerfreie Freibetrag für die Krankenversicherung bringt zwar etwas Entlastung, doch die finanzielle Belastung bleibt insgesamt hoch.

Das System bietet zwar eine Möglichkeit, für den Ruhestand vorzusorgen – doch die Bedingungen sind streng, und die finanziellen Folgen spürbar. Arbeitnehmer haben kaum Flexibilität, riskieren bei einem Jobwechsel Verluste und müssen im Alter höhere Versicherungsbeiträge zahlen. Die Neuregelung des steuerfreien Freibetrags ab 2026 mildert zwar einen Teil der Belastung, doch die meisten Regeln und Kosten bleiben unverändert.

Quelle