30 March 2026, 20:34

Berliner Ausbildungsabgabe spaltet Wirtschaft: Startups drohen mit Widerstand gegen neue Pflichten

Logo der Berliner Finanzinitiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster und der schwarzen Schrift "Berlin Finance Initiative" auf weißem Hintergrund.

Berliner Ausbildungsabgabe spaltet Wirtschaft: Startups drohen mit Widerstand gegen neue Pflichten

Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ein – Startups protestieren

Berlin hat eine kontroverse neue Regelung beschlossen, mit der Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden sollen, Ausbildungsplätze anzubieten. Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder eine Strafe zahlen. Die Entscheidung stößt bei Gründern von Startups auf Kritik, die die Maßnahme als unzeitgemäß für moderne Geschäftsmodelle bezeichnen.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat kürzlich die sogenannte Ausbildungsabgabe verabschiedet, die sich gegen Unternehmen richtet, die zu wenige Ausbildungsplätze bereitstellen. Firmen, die unter dem Bundesdurchschnitt von 4,6 Prozent liegen, müssen in einen Fonds einzahlen, aus dem jährlich voraussichtlich rund 75 Millionen Euro generiert werden sollen. Betroffen sind etwa 25 Prozent der Berliner Betriebe, während kleinere Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden weitgehend ausgenommen sind.

Startup-Gründer äußern sich vehement gegen die Regelung. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, wirft der Politik vor, Unternehmen ungerechtfertigt zu bestrafen, deren Tätigkeitsfelder sich nicht für klassische Berufsausbildungen eignen. Ralph Hage von Lap Coffee, einem auf Automatisierung und modernes Lernen spezialisierten Betrieb, nennt die Abgabe ein "falsches Signal" der Stadt.

Auch andere Unternehmer teilen diese Bedenken. Agnieszka Walorska, Mitgründerin des Fintechs Mika, argumentiert, dass das eigentliche Problem im sinkenden Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen liege – und nicht darin, dass Unternehmen keine Ausbildungsplätze anböten. Marius Meiners von Peec AI fügt hinzu, dass die Arbeitsbelastung in seinem Team die Einstellung von Azubis unrealistisch mache. Er ziehe es vor, die Strafe zu zahlen, als ein unpraktikables System seinem Unternehmen aufzuzwingen.

Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und verpflichtet betroffene Unternehmen, entweder die Ausbildungsquote zu erfüllen oder finanzielle Konsequenzen zu tragen. Mit geschätzten 75 Millionen Euro jährlichen Einnahmen für den Fonds soll die Maßnahme die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen. Kritiker halten jedoch dagegen, dass sie die veränderten Anforderungen moderner Unternehmen und des Arbeitsmarktes ignoriert.

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