18 April 2026, 06:32

Bayerns Lehrlingskrise verschärft sich – Metallbranche kämpft um Nachwuchs

Altes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern vor einem schwarzen Hintergrund, das Städte und Ortschaften zeigt.

Bayerns Lehrlingskrise verschärft sich – Metallbranche kämpft um Nachwuchs

Lehrlingszahlen in Bayern gehen erneut zurück – Metall- und Elektroindustrie besonders betroffen

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in Bayern ist erneut gesunken, wobei die Metall- und Elektroindustrie am stärksten betroffen ist. Bis zum 30. September gingen die Neuabschlüsse in allen Branchen um lediglich 1,1 Prozent auf rund 85.000 zurück. Arbeitgeberverbände warnen jedoch, dass der Rückgang in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 8 Prozent stärker ausfallen könnte.

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Besonders deutlich war der Einbruch in der Metall- und Elektrobranche: Hier sanken die Verträge 2021 um fast 11 Prozent auf unter 14.000. Obwohl große Unternehmen wie Siemens, BMW, Audi und Airbus in diesem Sektor tätig sind, hatten fast die Hälfte der Betriebe Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. 48,1 Prozent klagten über zu wenige Bewerbungen, während 49,4 Prozent angaben, dass den Bewerbern die nötigen Qualifikationen fehlten.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich scheuen, auszubilden. Stattdessen nannte er die konjunkturelle Schwäche und demografische Veränderungen als Hauptgründe. Zudem kritisierte er die hohen betrieblichen Kosten in Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, die geplanten Reformen zügig umzusetzen.

Im Handwerk verlief die Entwicklung dagegen weniger dramatisch: Hier gab es nur einen leichten Rückgang bei den Ausbildungsverträgen im Vergleich zur Metall- und Elektroindustrie.

Der bayerische Ausbildungsmarkt steht weiterhin vor großen Herausforderungen, insbesondere in den Schlüsselsektoren der Industrie. Angesichts eines weiteren erwarteten Rückgangs um 8 Prozent in diesem Jahr müssen Unternehmen und Politiker gleichermaßen gegensteuern – sowohl bei der Fachkräftesicherung als auch bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Situation unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Reformen, um künftige Ausbildungschancen zu sichern.

Quelle