04 April 2026, 12:31

Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem stabil bleibt

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakaten an den Wänden, an einer Straßenecke mit einer Straße unten.

Apothekensterben in Deutschland: Warum die Versorgung trotzdem stabil bleibt

Seit 2020 ist die Zahl der Apotheken in Deutschland um 12 Prozent gesunken, doch die meisten Menschen haben weiterhin einfachen Zugang zu Medikamenten. Eine neue Studie des Iges-Instituts zeigt, dass fast alle Bürger im Land eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen können. Die Krankenkassen argumentieren, dass der Rückgang der Filialen vor Ort die Versorgung der Bevölkerung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht spürbar beeinträchtigt hat.

Zwischen 2020 und 2025 sank der Anteil der Deutschen, die eine Apotheke innerhalb von fünf Gehminuten erreichen können, leicht von 6 auf 5,3 Prozent. Dennoch bleibt die Gesamtauswirkung begrenzt. Fast zwei Drittel der Arztpraxen haben weiterhin eine Apotheke in maximal zehn Gehminuten Entfernung, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in weniger als fünf Minuten bei einer Apotheke.

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Die Schließungen folgen klaren strukturellen Trends, die durch den Wettbewerb zwischen Apotheken und die lokalen Marktbedingungen vorangetrieben werden. Zwar haben einige Regionen Filialen verloren, doch die Ergebnisse des Iges-Instituts deuten darauf hin, dass der Zugang insgesamt stabil geblieben ist. 2025 konnten noch immer 99,9 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke innerhalb von 15 Autominuten erreichen.

Heute wird die Apothekerin und Gesundheitspolitikerin Iris an der Heiden in einer parlamentarischen Anhörung zum Apothekenversorgungsstärkungsgesetz sprechen. In der Sitzung soll geprüft werden, ob weitere Regulierungen notwendig sind, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Barmer, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, hat eigene Daten ausgewertet, während der GKV-Spitzenverband die Iges-Studie in Auftrag gegeben hat, um die Lage zu bewerten.

Laut Krankenkassen und Forschern hat der Rückgang der Apotheken nicht zu größeren Versorgungslücken geführt. Die Fahrzeiten mit dem Auto bleiben für fast alle Einwohner kurz, und die meisten Arztpraxen haben weiterhin eine Apotheke in der Nähe. Die parlamentarische Anhörung wird nun prüfen, ob die aktuellen Maßnahmen ausreichen, um die Zuverlässigkeit der Versorgung langfristig zu sichern.

Quelle