30 March 2026, 16:39

Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin zwischen Jubel und Protesten

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Anna Netrebko polarisiert bei Un ballo in maschera in Berlin zwischen Jubel und Protesten

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Produktion, Teil des Weihnachtsprogramms, erntete sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus. Kritiker hinterfragen seit Langem Netrebkos Verbindungen zur russischen Politik, was ihre Auftritte zunehmend umstritten macht.

Am Premierenabend sang Netrebko die Rolle der Amelia in Verdis Oper. Ihr Gesang wurde mit enthusiastischem Beifall bedacht, doch einige Zuschauer buhten während der Vorstellung. Auch Orchester und Ensemble erhielten hochgelobte Kritiken für ihre Leistung.

Vor der Oper versammelten sich etwa 50 Demonstranten vor Beginn der Aufführung. Mit ukrainischen Fahnen skandierten sie Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Solche Proteste begleiten Netrebkos Auftritte in westlichen Häusern seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Regisseur Rafael R. Villalobos verlieh der Inszenierung eine moderne Note. Szenen griffen Themen der queeren Ballroom-Kultur auf und bezogen sich auf die AIDS-Krise. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, bleibt trotz anhaltender politischer Debatten eine feste Größe in Berlin.

Ihr letzter öffentlicher Auftritt in Russland datiert aus dem Jahr 2021, als sie ihren Geburtstag im Moskauer Kreml feierte. Seither wird sie bei großen Auftritten – etwa an der Wiener und der Berliner Staatsoper – von Protesten begleitet. Doch in den Theatern erhält sie weiterhin stehende Ovationen, wie erst in diesem Jahr für ihre Rolle in Nabucco.

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Die Premiere unterstrich den Kontrast zwischen Netrebkos künstlerischer Rezeption und der politischen Kontroverse um ihre Person. Während das Publikum ihre Darbietungen feiert, spiegeln die Proteste draußen die anhaltenden Spannungen wegen ihrer Russland-Verbindungen wider. Die Inszenierung der Staatsoper bleibt wie geplant Teil des Weihnachtsprogramms.

Quelle