AfD verliert 0,5 Prozentpunkte: Warum die Briefwahl die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz veränderte
Silvester SeipAfD verliert 0,5 Prozentpunkte: Warum die Briefwahl die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz veränderte
Hochrechnungen zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeigten frühzeitig Verschiebungen, als die Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Die Alternative für Deutschland (AfD) lag zunächst bei 20 Prozent, fiel später jedoch auf 19,5 Prozent zurück. Diese Veränderung löste Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten aus, doch Experten betonen, dass solche Anpassungen beim Auszählungsprozess normal seien.
ARD und ZDF veröffentlichten ihre ersten Hochrechnungen kurz nach Schließung der Wahllokale und schätzten die AfD zunächst auf 20 Prozent ein. Im Laufe des Abends sank der Wert der Partei auf 19,5 Prozent – und lag damit 0,5 Prozentpunkte unter der ersten ARD-Prognose. Diese Abweichung liegt jedoch innerhalb der üblichen Schwankungsbreite, da sich Hochrechnungen mit fortschreitender Stimmenauszählung präzisieren.
Briefwahlstimmen treffen oft später ein und weichen in ihrer Tendenz von den Stimmen vor Ort ab. AfD-Anhänger neigen seltener zur Briefwahl, unter anderem wegen Misstrauens gegenüber dem System. Bei früheren Wahlen in Rheinland-Pfalz schnitten CDU, FDP und Grüne bei den Briefwählern stets besser ab, während die AfD hinterherhinkte.
Exit-Polls, bei denen Wähler direkt nach ihrer Entscheidung befragt werden, bilden die Grundlage für erste Hochrechnungen. Statistische Modelle gleichen anschließend Nichtwähler und Briefwähler aus, die sich meist früher festlegen. Die Forschungsgruppe Wahlen liefert die Daten für ZDF, während ARD auf Infratest Dimap setzt. Beide Institute weisen darauf hin, dass es sich bei Hochrechnungen um Schätzungen handelt – nicht um Endergebnisse.
Ein Facebook-Nutzer behauptete später Wahlbetrug, nachdem der AfD-Anteil nach der Auszählung der Briefstimmen unter 20 Prozent gefallen war. Wahlanalysten betonen jedoch, dass solche Schwankungen im Laufe der Auszählung üblich seien.
Das Endergebnis der AfD in Rheinland-Pfalz lag bei 19,5 Prozent – leicht unter den ersten Prognosen. Die später ausgezählten Briefwahlstimmen trugen zu dieser Korrektur bei. Zwar stellten einige Anhänger den Prozess infrage, doch Wahlverantwortliche versichern, dass die Verschiebung den standardmäßigen Auszählungsverfahren entspreche.






