19 June 2026, 18:21

Wolfenbüttels Radschnellweg nach Braunschweig: Streit um Millionenprojekt trotz Haushaltsloch

Schnellstraßenradweg trotz Finanzkrise? Wolfenbüttel trifft Entscheidung

Wolfenbüttels Radschnellweg nach Braunschweig: Streit um Millionenprojekt trotz Haushaltsloch

Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat beschlossen, den Bau der geplanten Radschnellverbindung nach Braunschweig voranzutreiben. Das auf 1,365 Millionen Euro geschätzte Projekt hat eine Debatte über Kosten und Notwendigkeit ausgelöst. Angesichts eines Haushaltsdefizits von 19 Millionen Euro streiten Kritiker und Befürworter über den Nutzen der Maßnahme.

Die Fraktionen von CDU und FDP sprachen sich wegen der angespannten Haushaltslage für einen Stopp des Radwegs aus. Der FDP-Mitantragsteller Rudolf Ordon zweifelte die städtische Prognose von 2.000 täglichen Fahrten an und verwies auf Erhebungen, die lediglich 367 Fahrradfahrten an Werktagen entlang der Strecke nachwiesen. Auch Manfred Wolfrum von der AfD äußerte Bedenken und bezeichnete die veranschlagten jährlichen Unterhaltskosten von 30.000 Euro als unrealistisch niedrig.

Ein Antrag zur Einstellung des Projekts scheiterte jedoch, da der Rat für die Fortführung stimmte. Ralf Achilles, Fraktionsvorsitzender der SPD, unterstützte die Initiative und betonte die Notwendigkeit einer gerechten Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Der Grünen-Politiker Leonhard Pröttel warf der CDU dagegen Populismus vor, da sie lokale Radwege gegenüber der überregionalen Verbindung bevorzugt.

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Trotz des Widerstands wird die Radschnellverbindung nun realisiert. Die Stadtverwaltung hält an ihrer Schätzung von 2.000 potenziellen Nutzern pro Tag fest. Die künftigen Kosten und die tatsächliche Auslastung bleiben jedoch umstritten zwischen den politischen Lagern.

Quelle