Wohnungsarmut droht: Warum immer mehr Rentner in Deutschland um ihr Zuhause bangen
Antoinette HettnerWohnungsarmut droht: Warum immer mehr Rentner in Deutschland um ihr Zuhause bangen
Über 760.000 Rentner in Deutschland sind derzeit auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Ruheständler. Viele von ihnen sehen sich zunehmend mit dem Risiko der Wohnungsarmut konfrontiert, da die Mieten bundesweit weiter steigen.
Ein neuer Bericht unterstreicht die finanzielle Belastung der Babyboomer-Generation, die sich dem Ruhestand nähert. Bis zum Jahr 2036 werden voraussichtlich rund 5,1 Millionen Menschen dieser Altersgruppe – etwa 40 Prozent der Nachkriegsgeneration – weniger als 800 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente erhalten. Diese Lücke wirft Fragen auf, wie sie sich in den kommenden Jahren noch Wohnraum leisten können.
Das Pestel-Institut warnt, dass allein in Nordrhein-Westfalen innerhalb des nächsten Jahrzehnts über eine Million Babyboomer von Wohnungsarmut bedroht sein könnten. Steigende Mieten und begrenzte Einkommen machen viele nach dem Berufsausstieg anfällig für finanzielle Instabilität.
Robert Feiger, Vorsitzender der IG Bau, fordert dringendes Handeln. Er bezeichnet bezahlbaren Wohnraum als „das soziale Thema Nummer eins“ und drängt auf einen beschleunigten Wohnungsbau, um die Knappheit zu lindern. Nach Feigers Einschätzung würde eine Ausweitung des Wohnungsangebots nicht nur Rentnern helfen, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln.
Mit mehr als fünf Millionen Babyboomern, die in den kommenden Jahren mit bescheidenen Renten in den Ruhestand gehen werden, dürfte der Druck auf die Wohnungserschwinglichkeit weiter zunehmen. Experten betonen, wie dringend politische Reformen und Neubauprojekte notwendig sind, um eine flächendeckende Wohnungsarmut unter älteren Menschen in Deutschland zu verhindern.






