18 March 2026, 06:30

Wie TikTok die Meinungen junger Menschen in Celle prägt – und was dagegen hilft

Eine Liniengrafik, die die Anzahl muslimisch-amerikanischer Extremisten in den USA seit 2001 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wie TikTok die Meinungen junger Menschen in Celle prägt – und was dagegen hilft

Veranstaltung in Celle: Wie TikTok und Co. die Meinungen junger Menschen prägen

Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Celle wurde untersucht, wie soziale Medien wie TikTok die Ansichten junger Menschen formen. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen lag der Fokus auf Extremismus und dem Einfluss von Algorithmen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte diskutierten über digitale Radikalisierung und Gegenstrategien.

Die unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" stehende Veranstaltung brachte Neunt- und Zehntklässler von drei lokalen Schulen zusammen: der KAV, dem Ernestinum und der OBS Welfenallee. Am Vormittag analysierten die Jugendlichen ihre eigenen "Für-dich"-Seiten, um extremistische Taktiken in scheinbar harmlosen Inhalten zu erkennen. Dabei wurde deutlich, wie politische Beiträge oft komplexe Themen vereinfachen, auf emotionale Trigger setzen und auf verlässliche Quellen verzichten.

Am Nachmittag richteten sich die Diskussionen an Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Vertreter aus der Gemeinde. Diese Gruppen erörterten, wie passives Scrollen Nutzerinnen und Nutzer schädlichen Narrativen aussetzt. Zudem wurden praktische Ansätze für Gegenrede und frühzeitige Interventionen vorgestellt.

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Der Aufstieg von Kurzvideo-Apps unter Jugendlichen in Niedersachsen unterstreicht die Dringlichkeit des Themas. Laut der JIM-Studie 2026 stieg die tägliche TikTok-Nutzung bei 14- bis 17-Jährigen von 42 Prozent im Jahr 2021 auf 78 Prozent im Jahr 2026. Besonders stark war das Wachstum bis 2023, als die Quote 65 Prozent erreichte, bevor sie sich leicht abschwächte – unter anderem wegen Datenschutzbedenken und schulischer Verbote der Plattform.

Die Organisatoren dankten allen Teilnehmenden für ihr engagiertes Mitwirken und die fundierten Beiträge. Die Diskussionen machten deutlich, wie wichtig Medienkompetenz in einer Zeit ist, in der soziale Plattformen die Jugendkultur dominieren.

Die Veranstaltung endete mit einem besseren Verständnis dafür, wie Algorithmen spaltende Inhalte verbreiten. Schulen und gemeinnützige Gruppen verfügen nun über konkrete Werkzeuge, um junge Menschen zu einem kritischeren Umgang mit sozialen Medien zu befähigen. Die Erkenntnisse fließen in künftige Projekte ein, die der Online-Radikalisierung entgegenwirken sollen.

Quelle