Wie Hoffmann von Fallersleben mit seiner Hymne Deutschlands Geschichte prägte
Silvester SeipWie Hoffmann von Fallersleben mit seiner Hymne Deutschlands Geschichte prägte
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Dichter der deutschen Nationalhymne, hätte am 2. April seinen 228. Geburtstag gefeiert. Geboren 1798 in Fallersleben, das damals zum Kurfürstentum Hannover gehörte, wuchs er in einem Haus auf, in dem sich Nachbarn versammelten, um Neuigkeiten und Ideen auszutauschen. Sein Elternhaus, das Hoffmann-Haus, ist bis heute ein Wahrzeichen, das an sein Erbe erinnert.
Hoffmann von Fallerslebens berühmtestes Werk, das Lied der Deutschen, entstand 1841 auf der Insel Helgoland. Geschrieben in einer Zeit aufkeimenden Nationalismus und während der Rheinkrise, rief der Text ursprünglich nach deutscher Einheit und Freiheit. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es unter Reichspräsident Friedrich Ebert zur Hymne der Weimarer Republik.
Die Nationalsozialisten missbrauchten die erste Strophe – Deutschland, Deutschland über alles – für propagandistische Zwecke und verbanden sie mit expansionistischen Ansprüchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hymne zunächst verworfen, bis Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer 1952 die dritte Strophe, Einigkeit und Recht und Freiheit, als offizielle Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland wieder einführten. Heute steht das Lied für Zusammenhalt, etwa bei Olympischen Spielen, wobei sich seine Bedeutung von nationalistischem Pathos des 19. Jahrhunderts hin zu demokratischen Werten der Nachkriegszeit gewandelt hat.
Anlässlich seines Vermächtnisses führt die Historikerin Elke Schulz am 29. März um 15:00 Uhr eine Führung durch das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum. Die Veranstaltung kostet 3,50 Euro und beleuchtet sein Leben, die Geschichte des 19. Jahrhunderts sowie seine Volkslieder, von denen viele bis heute bekannt sind. Die Besucher erfahren auch, wie Hoffmann von Fallersleben bereits als fast Achtjähriger Zeitungen vorlas, um den Erwachsenen in seinem Elternhaus die Nachrichten zu vermitteln.
Die Führung bietet die Gelegenheit, Hoffmann von Fallerslebens Einfluss auf deutsche Kultur und Politik zu reflektieren. Während die erste Strophe seiner Hymne nach wie vor umstritten ist, gilt die dritte als Symbol für das moderne Deutschlands Bekenntnis zu Einheit und Freiheit. Sein Geburtshaus und das Museum bewahren sein Erbe für kommende Generationen.






