Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Reparaturcafé Nachhaltigkeit fördert
Antoinette HettnerWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Reparaturcafé Nachhaltigkeit fördert
Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan hinter der Heilig-Geist-Kirche ein Reparaturcafé. Seit 2019 bietet die Initiative kostenlose Reparaturen für defekte Geräte an und hilft Anwohnern, Geld zu sparen und Abfall zu reduzieren. Bald werden neue Gesetze zum „Recht auf Reparatur“ seine Arbeit noch effektiver machen.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er mit seiner Familie vor dem Krieg in Syrien geflohen war. Das Leben dort war durch die Kämpfe unmöglich geworden, und er suchte in Deutschland Sicherheit und Stabilität. Bereits 2019 eröffnete er das Reparaturcafé am Marktplatz der Begegnung, einem sozialen Supermarkt, der zur Heilig-Geist-Kirche gehört.
Das Café hat jeden Samstagmorgen und an einigen Wochentagen nach Hasans Vollzeitjob geöffnet. Er repariert Geräte kostenlos und unterstützt die Menschen dabei, Ersatzteile zu finden. Seine Frau, Reham Alsalti, und ein ukrainischer Praktikant namens Andrii helfen ihm in der Werkstatt.
Im Dezember 2023 trat Hasan der SPD bei – ein Zeichen für seine wachsende Verbundenheit mit der Gemeinschaft. In diesem Jahr erhielt er zudem die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Schritt, der seine Zukunft in Bremen festigte. Dennoch plant er keine Rückkehr nach Syrien: Die fehlende Infrastruktur und der Wunsch nach einem friedlichen Leben mit seiner Familie halten ihn davon ab.
Für die Zukunft hofft Hasan, das Café in größere Räumlichkeiten auszubauen. Sein Ziel ist es, noch mehr Menschen das Reparieren beizubringen, um so Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Die ab Juli geltenden „Recht auf Reparatur“-Gesetze werden diese Mission unterstützen, indem sie Hersteller verpflichten, Produkte langlebiger und leichter reparierbar zu gestalten.
Die neue Gesetzgebung wird Hasans Arbeit erleichtern, da Geräte künftig haltbarer und besser instand zu setzen sein müssen. Sein Café wird weiterhin kostenlose Reparaturen anbieten – nun mit stärkerer rechtlicher Rückendeckung für reparaturfreundliche Waren. Bis dahin bleibt die kleine Werkstatt hinter der Kirche ein wichtiger Ort, an dem Anwohner lernen, teilen und ihre Besitztümer in Stand halten können.






