05 June 2026, 17:51

Wie die Junge Freiheit aus 400 Exemplaren eine umstrittene Stimme machte

Unangenehme Fragen für Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Wie die Junge Freiheit aus 400 Exemplaren eine umstrittene Stimme machte

Dieter Stein gründete die Junge Freiheit (JF) 1986 im Alter von nur 18 Jahren. Die erste Auflage umfasste 400 Exemplare, die er in einem Pappkarton auf dem Fahrrad nach Hause transportierte. Was als kleines Projekt begann, entwickelte sich bald zu einer Publikation, die sowohl Kontroversen auslöste als auch treue Leser an sich band.

Anfangs arbeitete die JF ohne Gewinn – alle Beteiligten deckten lediglich die Druckkosten. Bis 1993 hatte die Zeitung jedoch so viel Aufmerksamkeit erregt, dass in Berlin 2.000 Demonstranten gegen sie auf die Straße gingen. Manche Leser fürchteten sogar, sie würden allein wegen des Lesens der Zeitung abgehört.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beobachtete die JF wegen des Verdachts auf Extremismus. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt, was die Spannungen weiter verschärfte. Trotzdem verlegte er den Sitz der Zeitung von Freiburg nach Berlin – noch bevor die Regierung ihren Umzug in die wiedervereinigte Hauptstadt abgeschlossen hatte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Stein wies stets Vorwürfe zurück, die JF erhalte Gelder von der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD). Zwar befürwortet er persönlich den Wehrdienst, respektiert aber die Entscheidung seines Sohnes, nicht zu dienen. Diese Haltung spiegelt den unabhängigen, oft provokanten Ton wider, der die Zeitung seit ihren Anfängen prägt.

Aus einem bescheidenen Studentenprojekt wurde die Junge Freiheit zu einer Publikation, die sowohl Kritik als auch Hingabe hervorrief. Ihre Geschichte ist geprägt von Protesten, Überwachung und sogar Brandstiftung – und doch bleibt sie eine Stimme im deutschen Medienland. Unter Steins Führung hat die Zeitung trotz aller Herausforderungen jahrzehntelang überlebt.

Quelle