04 March 2026, 19:38

Warum politische Bildung schon im Kindergarten beginnen sollte

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften, mit Papieren an der Wand dahinter, die die Bedeutung der Bildung in Kenia hervorheben.

Professor: Politische Bildung sollte bereits in der Grundschule beginnen - Warum politische Bildung schon im Kindergarten beginnen sollte

Politische Bildung sollte viel früher beginnen als viele annehmen, betont eine Professorin aus Oldenburg. Ihrer Ansicht nach entwickeln Kinder bereits lange vor dem Beginn des formalen Unterrichts Vorstellungen von Macht, Gerechtigkeit und Konflikten. Diese Forderung kommt zu einer Zeit, in der die Sorge über den Einfluss sozialer Medien auf junge Menschen wächst.

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Die Expertin unterstreicht, dass Demokratie aktiv gelehrt und gelebt werden müsse – und nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden dürfe. Statt bis zur weiterführenden Schule zu warten, sollten bereits Grundschulkinder altersgerechte Themen wie Mitbestimmung, Kinderrechte und unterschiedliche Lebensweisen behandeln. Ziel sei es nicht, Parteiprogramme zu analysieren, sondern grundlegende Fragen zu stellen: Was macht etwas gerecht? Warum kommt es zu Kriegen?

Aktuelle Zahlen zeigen, dass politische Bildung in Niedersachsen je nach Schule nur zwei bis drei Prozent der Unterrichtszeit einnimmt. Dieser geringe Stellenwert bereitet Pädagog:innen Sorgen, besonders angesichts des wachsenden Zulaufs rechtsextremer Positionen unter jungen Wähler:innen. Viele Kinder stoßen heute bereits vor dem Teenageralter in sozialen Medien auf radikale Narrative.

Die Professorin schlägt strengere Maßnahmen vor, darunter ein mögliches Verbot sozialer Medien für unter 14-Jährige – ähnlich wie bei Altersfreigaben für Filme. Zwar räumt sie ein, dass ein Verbot allein nicht alle Probleme löst, doch betont sie den dringenden Bedarf an besseren Schutzmechanismen. Ohne diese bleiben Kinder schädlichen Inhalten schutzlos ausgesetzt.

Der Appell für eine frühere politische Bildung spiegelt die wachsenden Bedenken um die Zukunft der Demokratie wider. Schulen in Nordrhein-Westfalen haben bereits 2026 demokratiefördernde Programme eingeführt, doch ein flächendeckender Wandel steht noch aus. Derzeit klafft eine Lücke zwischen den Risiken im Netz und der Vorbereitung im Unterricht – und lässt viele junge Menschen verletzlich zurück.