27 March 2026, 14:41

Warum "Gemeinschaften des Misstrauens" die Demokratie gefährden

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von verschiedenen Gesichtern, mit dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Warum "Gemeinschaften des Misstrauens" die Demokratie gefährden

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum bestimmte Gruppen demokratische Institutionen zunehmend ablehnen. In seinem jüngsten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Diese Entwicklungen, so seine These, tragen zum Aufstieg von Bewegungen wie der AfD oder Figuren wie Trump bei.

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El-Mafaalanis Forschung zeigt, wie misstrauische Menschen sich mit Gleichgesinnten verbünden, die ihre Skepsis teilen. Digitale Plattformen ermöglichen es diesen "Gemeinschaften des Misstrauens" heute, sich auf bisher undenkbare Weise zu vernetzen und zu organisieren. Populistische Strategen, so der Soziologe, nutzen die Erosion des Vertrauens in etablierte Systeme gezielt aus.

Die Entwicklung der AfD spiegelt diesen Trend wider. 2013 als euroskeptische Partei gegründet, radikalisierte sie sich nach einer Spaltung 2015 weiter. Die ersten Wahlergebnisse zeigten ein schrittweises Wachstum: 4,7 Prozent bei der Bundestagswahl 2013 (nur 130.000 Stimmen fehlten für den Einzug in den Bundestag), 7 Prozent bei der Europawahl 2014 und ein steiler Anstieg auf 18,8 Prozent in Baden-Württemberg. Bis 2025/2026 waren Versuche, die Partei an den Rand zu drängen, gescheitert – ihre Unterstützung stieg weiter, begünstigt durch gesellschaftliche Polarisierung.

El-Mafaalani warnt, dass selbst dann, wenn die AfD an die Macht käme und versagte, ihre Wähler nicht automatisch wieder Vertrauen in die Demokratie fassen würden. Die Partei basiert auf einer grundsätzlichen Ablehnung liberaldemokratischer Werte, und ihre Anhänger bleiben tief misstrauisch gegenüber den etablierten Institutionen. Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", fragt, wie El-Mafaalanis Erkenntnisse zu wirksameren Gegenstrategien gegen Rechtspopulismus beitragen könnten.

Die Analysen des Soziologen legen nahe, dass bloße Enthüllungen der AfD-Inkompetenz ihre Anziehungskraft nicht brechen werden. Seine Arbeit bietet zugleich einen Rahmen, um populistische Bewegungen insgesamt zu verstehen. Die Herausforderung liegt nun darin, Wege zu finden, um dort Vertrauen zurückzugewinnen, wo es verloren ging.

Quelle