15 May 2026, 20:34

VW zahlt 4.000 Euro Prämie an Mitarbeiter trotz Diesel-Skandal und Milliardenverlusten

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Niederlassung auf dem Boden und hält ein Transparent.

VW zahlt 4.000 Euro Prämie an Mitarbeiter trotz Diesel-Skandal und Milliardenverlusten

Volkswagens Stammbelegschaft erhält trotz Diesel-Skandal fast 4.000 Euro Erfolgprämie für 2015

Trotz der Rekordverluste durch den Abgasskandal wird die Kernbelegschaft von Volkswagen für das Jahr 2015 eine Erfolgsbeteiligung von knapp 4.000 Euro erhalten. Die Auszahlung, die vergangenen Freitag vereinbart wurde, betrifft rund 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter das interne Tarifabkommen fallen.

Unterdessen hat Norwegens Staatsfonds angekündigt, gegen Volkswagen zu klagen. Der Fonds wirft der Unternehmensführung vor, von der illegalen Abschalteinrichtung in Diesel-Fahrzeugen gewusst zu haben.

Die Prämie in Höhe von 3.950 Euro pro Beschäftigtem wird zusammen mit den Mai-Gehältern ausgezahlt. Die Entscheidung folgt auf Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern, die den Deal am Freitag finalisiert hatten. Stephan Weil, der sozialdemokratische Ministerpräsident Niedersachsens und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, äußerte sich öffentlich unterstützend zur Vereinbarung.

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Die Auszahlung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen mit potenziellen Strafzahlungen in Milliardenhöhe weltweit konfrontiert ist. Die finanziellen Probleme des Konzerns gehen auf den Diesel-Skandal von 2015 zurück, der massive Verluste und einen drastischen Kurssturz der Aktie auslöste.

Norwegens Staatsfonds, NBIM, hält etwa 1,64 Prozent der VW-Stammaktien. Er gibt an, durch den Kursverfall nach Bekanntwerden des Skandals Hunderte Millionen Euro verloren zu haben. Der Fonds geht nun juristisch gegen den Konzern vor und argumentiert, die VW-Führung hätte von der Betrugssoftware wissen müssen.

Gleichzeitig bleiben Streitigkeiten über Managerboni weiter ungelöst und verschärfen die anhaltenden Herausforderungen für das Unternehmen.

Die 3.950-Euro-Prämie wird den Beschäftigten noch in diesem Monat ausgezahlt und bietet ihnen eine gewisse Entlastung angesichts der finanziellen Turbulenzen bei Volkswagen. Dennoch stehen dem Konzern weiterhin rechtliche Auseinandersetzungen bevor, darunter die Klage des norwegischen Staatsfonds. Mit drohenden Strafzahlungen und ungelösten Konflikten um die Vergütung der Führungskräfte lastet die Aufarbeitung des Diesel-Skandals weiterhin schwer auf dem Autokonzern.

Quelle