Vom Koch zum Bauarbeiter: Pawels harter Neuanfang in Deutschland
Antoinette HettnerVom Koch zum Bauarbeiter: Pawels harter Neuanfang in Deutschland
Pawel, ein 36-jähriger Koch aus Belarus, kündigte seinen Job, um im Ausland neue Chancen zu suchen. Seine Reise führte ihn zunächst in die Lagerlogistik nach Deutschland, wo er auf Lohnunterschiede und harte Lebensbedingungen stieß. Später arbeitete er im Baugewerbe in Hamburg, wo sich sein Verdienst allmählich verbesserte.
Sein erster Job außerhalb von Belarus war in einem Lager in der Nähe von Köln. Die Stelle vermittelte ihm eine polnische Zeitarbeitsfirma, die er über Instagram gefunden hatte. Sein Monatsgehalt lag dort zwischen 1.100 und 1.300 Euro – doch die Lohnungleichheit war deutlich spürbar: türkische Kollegen verdienten mehr, während belarussische Arbeiter oft nach Akkord statt nach Stundenlohn bezahlt wurden.
Anfangs lebte Pawel mit einem Freund in einem beengtem Hostel, in dem viel Alkohol konsumiert wurde. Die schlechten Bedingungen trieben sie dazu, nach besseren Möglichkeiten zu suchen. Bald zogen sie nach Hamburg, wo sie als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle anfingen. Ihr Einstiegslohn betrug sieben Euro pro Stunde.
Nach einem Monat auf der Baustelle stieg ihr Lohn auf acht Euro die Stunde. Zwar war die Erhöhung gering, doch sie bedeutete einen Fortschritt im Vergleich zu ihren früheren Schwierigkeiten. Wie viele Belarussen ähnliche Jobs in Deutschland suchen, bleibt unklar – offizielle Statistiken erfassen vor allem allgemeine Migrationsströme, nicht jedoch spezifische Branchen wie Lagerlogistik oder Baugewerbe.
Pawels Auswanderung begann mit niedrigen Löhnen und prekären Wohnverhältnissen. Mit der Zeit stieg sein Einkommen leicht, doch die Herausforderungen blieben. Seine Geschichte steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler ausländischer Arbeitskräfte, die sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt ohne klare Unterstützung oder belastbare Daten zu ihrer Situation zurechtfinden müssen.






