Volkswagen-Vorstände kassieren Millionen – und ernten scharfe Kritik von Merkel und Scheuer
Goran BolnbachVolkswagen-Vorstände kassieren Millionen – und ernten scharfe Kritik von Merkel und Scheuer
Volkswagen geriet in die Kritik, nachdem das Unternehmen im Jahr 2017 deutliche Gehaltserhöhungen für seinen Vorstand bekannt gegeben hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verkehrsminister Andreas Scheuer äußerten sich beide ablehnend zu den Steigerungen. Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an.
2017 erhielten die Mitglieder des Volkswagen-Vorstands insgesamt rund 50,3 Millionen Euro – ein Anstieg gegenüber den 39,5 Millionen Euro im Jahr 2016. Konzernchef Matthias Müller verdiente mit über 10,1 Millionen Euro deutlich mehr als die 7,25 Millionen Euro im Vorjahr. Sein Festgehalt lag bei etwa 9,5 Millionen Euro, ohne Boni und Pensionsrückstellungen.
Müller verteidigte die hohen Gehälter und argumentierte, die Position des Vorstandsvorsitzenden sei mit großen Verantwortungen und persönlichen Risiken verbunden. Die öffentliche Debatte bezeichnete er als ein „extrem emotionales Thema“ in Deutschland. Das Unternehmen hatte 2017 sein Vergütungssystem überarbeitet und eine Obergrenze von 10 Millionen Euro für den CEO sowie 5,5 Millionen Euro für andere Vorstandsmitglieder festgelegt.
Trotz der neuen Begrenzungen stießen die Gehaltserhöhungen auf scharfe Kritik. Scheuer warf der Volkswagen-Führung vor, kein Gespür für die Stimmung in der Bevölkerung zu haben. Auch Merkel zeigte sich überrascht über die Steigerungen. Müller blieb bei seiner Haltung und erklärte: „In diesem Job hat man immer einen Fuß im Gefängnis.“
Die Gehaltserhöhungen für die Volkswagen-Manager lösten eine öffentliche Empörung aus. Zwar setzte das überarbeitete Vergütungssystem klare Grenzen, doch die Zahlen für 2017 lagen dennoch deutlich über denen der Vorjahre. Regierungsvertreter und die Kanzlerin reagierten mit klarer Ablehnung.
