Volkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Goran BolnbachVolkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen hat einen umfassenden Umstrukturierungsplan angekündigt, um ab 2030 dauerhafte Verluste zu vermeiden. Das Unternehmen warnt vor sinkender Nachfrage und Marktanteilen aufgrund von Verzögerungen bei der Elektrifizierung und Digitalisierung. Ohne Gegenmaßnahmen droht eine weitere Verschlechterung der finanziellen Lage.
Zu den geplanten Schritten gehören der Verkauf von Vermögenswerten wie Ducati und Europcar. Zudem will Volkswagen seinen Anteil an Traton verringern, um Kapital zu beschaffen. Diese Maßnahmen sollen die Finanzen stabilisieren und die Umstrukturierung finanzieren.
Das Unternehmen wird sein Modellportfolio halbieren – von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge. Die Produktion soll vermehrt nach Osteuropa verlagert werden, wo die Lohnkosten niedriger sind. Zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 Stellenstreichungen könnten bis zu 65.000 weitere Arbeitsplätze wegfallen, was weltweit über 100.000 Beschäftigte betreffen würde.
Bis 2035 sollen vier Werke geschlossen werden. Die Kernmarke VW und die Komponentensparte werden als eigenständige Einheiten organisiert. Falls der Aufsichtsrat den Plan ablehnt, könnte die Unternehmensführung noch im August eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Eine Herabstufung der Bonitätsnote bleibt ein Risiko, sollte sich die finanzielle Performance nicht verbessern.
Ziel der Umstrukturierung ist es, langfristige Verluste abzuwenden und die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Bei einer Genehmigung werden die Veränderungen die Geschäftsaktivitäten und Belegschaft von Volkswagen grundlegend verändern. Das Unternehmen muss schnell handeln, um einen weiteren finanziellen Niedergang zu verhindern.
