Volkswagen plant radikale Jobkürzungen – bis zu 100.000 Stellen in Gefahr
Goran BolnbachVolkswagen plant radikale Jobkürzungen – bis zu 100.000 Stellen in Gefahr
Die Aktie von Volkswagen notiert derzeit zu ungewöhnlich niedrigen Bewertungen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei nur 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027. Anleger halten sich zurück, da sie die sinkende Wettbewerbsfähigkeit deutscher Autobauer – insbesondere auf den asiatischen Märkten – fürchten.
Die Unternehmensführung plant drastische Stellenstreichungen. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze und vier deutsche Werke könnten betroffen sein, darunter die Standorte Hannover und Emden in Niedersachsen.
Die Arbeitnehmervertreter wurden von den Plänen überrascht. Jahrelang hatte eine starke links-grüne Strömung, unterstützt von Gewerkschaften, hohe Löhne und eine große Belegschaft durchgesetzt. Nun räumen Konzernchef Oliver Blume und andere Führungskräfte ein, dass viele Sparten nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
Volkswagen steht zudem unter externem Druck: Dazu zählen die aus der Trump-Ära stammenden Zölle, harte Konkurrenz durch chinesische Hersteller und der wachsende Erfolg der eigenen günstigeren Tochtermarke Škoda. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro, während die Aktie derzeit bei 72,54 Euro notiert. Der Aufsichtsrat wird sich am 9. Juli zu einer Krisensitzung treffen.
Die geplante Verkleinerung markiert eine radikale Wende für das Unternehmen. Sollte sie umgesetzt werden, würde sie die deutschen Aktivitäten und die Belegschaft von Volkswagen grundlegend verändern. Die anstehende Entscheidung des Aufsichtsrats wird die nächsten Schritte für den kämpfenden Automobilkonzern bestimmen.
