31 May 2026, 06:28

Tim Raue: Von der Kreuzberger Straßenbande zum Sternekoch – eine Narbe bleibt

Promi-Koch Raue: Mein ganzer K├Ârper schreit: Lauf, Lauf, Lauf!

Tim Raue: Von der Kreuzberger Straßenbande zum Sternekoch – eine Narbe bleibt

Mit nur 14 Jahren schloss sich Tim Raue in Berlin-Kreuzberg der Straßenbande „36 Boys“ an. Die Gruppe, die hauptsächlich aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestand, lieferte sich regelmäßig Schlägereien mit verfeindeten Banden und verlangte brutale Aufnahmerituale. Raue, der als einziger Deutscher in der Bande galt, trägt bis heute eine Narbe von seiner eigenen gewaltsamen Initiation.

Die „36 Boys“ suchten nach Respekt und einem Gefühl der Zugehörigkeit. Neue Mitglieder mussten sich beweisen, indem sie zwei Bandenmitgliedern drei Minuten lang standhielten. Raue hielt die volle Zeit nicht durch, weigerte sich aber zu fliehen – und verdiente sich so trotz der Prügel seinen Platz in der Gruppe.

Zusammenstöße mit rivalisierenden Banden waren an der Tagesordnung, oft waren die „36 Boys“ zahlenmäßig unterlegen, manchmal im Verhältnis zwei zu eins. Raue gibt zu, dass er manchmal flüchten wollte, doch wusste er: Ein Rückzug hätte Gesichtsverlust bedeutet. Seine Initiation hinterließ eine dauerhafte Gesichtsverletzung – eine Narbe, die er einst mit Stolz trug.

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Heute lehnt Raue Gewalt ab, doch erkennt er die Denkweise an, die ihn damals zum Weiterkämpfen trieb. Mit 16 Jahren verließ er die Bande, doch die Erfahrung prägte sein Verständnis von Loyalität und Angst. Seine Zeit bei den „36 Boys“ dauerte zwar nur zwei Jahre, doch die Narben – sowohl die körperlichen als auch die seelischen – sind geblieben. Die Kultur der Konfrontation und die Aufnahmerituale der Bande hinterließen bei ihren Mitgliedern Spuren. Heute spricht er offen über die Zwänge, die ihn damals am Gehen hinderten.

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