Streit um Dortmunds Opernhaus: Warum Kultur nicht nur Kosten sein darf
Antoinette HettnerStreit um Dortmunds Opernhaus: Warum Kultur nicht nur Kosten sein darf
Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat mit der These, Dortmund brauche kein Opernhaus, eine Debatte ausgelöst. Ein Autor einer jüngst veröffentlichten Erwiderung widerspricht dieser Haltung vehement und warnt vor den kulturellen Folgen einer solchen Position.
Der Autor erinnert an die Zeit des Chefredakteurs bei der Weser-Kurier in Bremen, wo dieser sich vor allem auf Finanzfragen und Selbstinszenierung konzentriert habe. Die Qualität der Zeitung habe unter dieser Führung gelitten, so die Kritik.
Nun beurteile der Chefredakteur Kunst allein nach Kosten, nicht nach ihrem Wert. Sein Argument, Dortmund könne sich auf Opernhäuser in Nachbarstädten verlassen, wird vom Autor als kurzsichtig zurückgewiesen: Würden alle Städte so denken, gäbe es nirgends mehr Opernhäuser.
Die Düsseldorfer Oper beschäftige 570 Menschen und fördere Bildung, Bibliotheken und Musikschulen vor Ort, führt der Autor an. Kultur sei mehr als bloße Zahlen – sie schaffe Debatten und verbinde Menschen. Ein Chefredakteur solle Kultur verteidigen, nicht untergraben.
Der Autor warnt, der Einfluss des Chefredakteurs könnte das kulturelle Leben Dortmunds gefährden. Ohne Unterstützung drohe das Opernhaus mit all seinen Vorzügen für die Stadt zu verschwinden. Seine Haltung reduziere Kunst auf eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung, statt sie als gesellschaftlichen Wert zu begreifen.






