Streit um Bahn-Haltepunkte: Lüneburg–Soltau startet frühestens 2029
Goran BolnbachStreit um Bahn-Haltepunkte: Lüneburg–Soltau startet frühestens 2029
Die Pläne zur Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs auf der Strecke Lüneburg–Soltau haben mit der Vorstellung des Betriebskonzepts von Sinon einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht. Der Start des Angebots ist für Ende 2026 vorgesehen, doch zentrale Herausforderungen – darunter die Zulassung der Züge und Verzögerungen bei der Infrastruktur – könnten den Beginn auf 2029 verschieben. Vor Ort fallen die Reaktionen gemischt aus: Einige Gemeinden lehnen die geplante Streichung von Haltepunkten ab.
Das Projekt gewann erstmals an Fahrt, nachdem eine Machbarkeitsstudie sein wirtschaftliches Potenzial bestätigt hatte. In frühen Entwürfen waren noch Halte in der Nähe von Hützel und dem Heide Park vorgesehen, diese wurden jedoch später gestrichen. Der finale Plan sieht stattdessen drei Stationen vor: Melbeck/Embsen, Amelinghausen und Bispingen.
Die Entscheidung, Drögennindorf und Soderstorf nicht zu berücksichtigen, hat bei Anwohnern und Politikern dieser Regionen Protest ausgelöst. Unterdessen gibt Bispingens Bürgermeister, Dr. Jens Bülthuis, an, dass es aus seiner Gemeinde keine Einwände gebe. Der Gemeinderat Jan-Ole Witthöft wies darauf hin, dass ein Halt in Hützel bis zu 1.800 Fahrgästen hätte dienen können – diese Option wurde jedoch verworfen.
Testfahrten mit batteriebetriebenen Zügen sind für das Frühjahr 2026 geplant. Dennoch bleiben Hürden: Die Zulassung der Fahrzeuge durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) steht noch aus, die Ladeinfrastruktur muss fertiggestellt werden, und abschließende Erprobungen sind noch nicht abgeschlossen. Verzögerungen bei der Aufrüstung des übergeordneten Alpha-E-Netzes könnten die Inbetriebnahme der Soltau-Anbindung zusätzlich bis 2029 verzögern.
Die Reaktivierung der Strecke Lüneburg–Soltau hängt nun davon ab, ob die technischen und logistischen Probleme gelöst werden können. Während einige Gemeinden das Vorhaben unterstützen, wehren sich andere weiterhin gegen die gestrichenen Haltepunkte. Wann der Betrieb schließlich aufgenommen wird, entscheidet sich in den kommenden Jahren – je nachdem, wie schnell diese Hindernisse überwunden werden.






