22 March 2026, 00:42

SPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert mit Dresdner Apothekern über umstrittene Reformpläne

Plakat mit dem Titel "Senkung der Verschreibungskosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und Logo, das Informationen über die Senkung der Verschreibungskosten vermittelt.

SPD-Politikerin Rasha Nasr diskutiert mit Dresdner Apothekern über umstrittene Reformpläne

SPD-Politikerin Rasha Nasr besuchte diese Woche eine Dresdner Apotheke, um sich vor Ort ein Bild von den Bedenken gegenüber der geplanten Apothekenreform in Deutschland zu machen. Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die parlamentarischen Beratungen zum Thema bevorstehen – während Apothekeninhaber warnen, dass die aktuellen Vorschläge die Versorgungsqualität gefährden könnten. Nasr, die selbst keine fachliche Expertise in Gesundheitspolitik mitbringt, hörte sich die Argumente lokaler Apotheker zu Finanzierung, Personalmangel und der Zukunft der Vor-Ort-Apotheken an.

Im Mittelpunkt der Diskussion in der Knut-Apotheke stand das geplante Vergütungssystem, das Inhaber Michael Gäbe als entscheidend für die Aufrechterhaltung der Servicequalität bezeichnete. Er betonte, dass Apotheken ohne faire Finanzierung wirtschaftlich kaum überlebensfähig seien. Zudem warnte Gäbe davor, dass eine Ausweitung der Aufgaben für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) ohne Lösung des Personalmangels die Patientensicherheit gefährden könnte.

Seit Jahren sorgt die Apothekenreform in Deutschland für kontroverse Debatten. Seit 2021 treibt das Bundesgesundheitsministerium flexiblere Standorte und den Versandhandel voran. Doch 2023 lehnten Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen eine Deregulierung ab – aus Sorge vor Schließungen in ländlichen Regionen. Apothekerverbände, darunter die ABDA, forderten stattdessen strengere Kontrollen bei Neueröffnungen, Subventionen für 24-Stunden-Dienste sowie Schutz vor Konkurrenz durch nicht-apothekengebundene Online-Anbieter.

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Gäbe verwies auf die wichtige Rolle der Apotheken als Verbraucherschützer, die mit ihrem Fachwissen gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindern. Er fragte, ob die Gesellschaft den Wert lokaler, verantwortungsbewusster Apotheker überhaupt ausreichend anerkenne. Nasr versprach, diese Anliegen in den Berliner Legislativprozess einzubringen.

Häufig sind Apotheken die erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen – sie bieten Medikamentenchecks an und entlasten so Ärzte und Krankenhäuser. Gäbe argumentierte, dass Apotheker durch mehr Verantwortung – bei fairer Bezahlung – sogar helfen könnten, den sogenannten Fachkräftemangel zu mildern.

Nasrs Besuch unterstreicht die Spannung zwischen den Reformzielen und der Realität vor Ort. Die geplanten Änderungen werden nun im Parlament weiterverhandelt, während Apothekeninhaber Nachbesserungen bei Finanzierung und Personalregelungen fordern. Ihre Warnung ist klar: Ohne Unterstützung könnten viele lokale Apotheken ihre essenzielle Versorgungsfunktion kaum noch aufrechterhalten.

Quelle