Schnellwachsende Pappeln als Energiequelle: Wie Landwirte profitieren können
Goran BolnbachSchnellwachsende Pappeln als Energiequelle: Wie Landwirte profitieren können
Forschungsprojekt in Niedersachsen testet neue Methoden für den Anbau von schnellwachsenden Pappeln zur Energiegewinnung
Das Projekt PoplarValue erprobt innovative Wege, um Pappeln effizienter anzubauen und zu ernten – mit dem Ziel, agroforstliche Systeme für Landwirte wirtschaftlich attraktiver zu gestalten und gleichzeitig die besten Methoden für die Biomasseproduktion zu erforschen. Im Rahmen der Versuchsreihe werden nun Bäume gefällt, die vor fast einem Jahrzehnt gepflanzt wurden.
In Drögennindorf kommt ein schwerer Bagger zum Einsatz, um neun Jahre alte Pappeln zu ernten. Das Holz mit Durchmessern von etwa 35 Zentimetern wird im Herbst zu Hackschnitzeln verarbeitet und als Biomasse-Brennstoff genutzt. Die Forscher:innen analysieren Wachstumsraten, Arbeitseffizienz und Unterschiede zwischen verschiedenen Pappelsorten, um künftige Erträge zu optimieren.
Leiterin des PoplarValue-Projekts ist Gabriele Kowalski-Ludwig vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), das hier mit der Lignovis GmbH zusammenarbeitet. Ziel ist es, wirtschaftliche Modelle zu entwickeln, die mehr Landwirte dazu bewegen, agroforstliche Systeme einzuführen. Bereits jetzt fördern vier Bundesländer – Brandenburg, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern – solche Vorhaben finanziell.
Brandenburg stellt für 2025 rund 1,4 Millionen Euro bereit, während der Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt. In Hessen und Niedersachsen sind neue Förderprogramme in Planung, während Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sich an den GAK/ANK-Richtlinien orientieren. Bundeseinheitlich soll die Öko-Regelungs-Prämie bis 2026 auf 600 Euro pro Hektar steigen.
Die Erkenntnisse des Projekts könnten dazu beitragen, Agroforstwirtschaft in ganz Deutschland auszuweiten und die Produktion von Energieholz effizienter zu gestalten. Angesichts steigender finanzieller Anreize dürften immer mehr Landwirte auf schnellwachsende Pappeln als nachhaltige Biomassequelle setzen. Das geerntete Holz wird weiterhin zu Brennstoff verarbeitet und unterstützt so die Ziele der erneuerbaren Energien.






