Rentenfonds von Zahnärzten in der Krise: Riskante Investitionen vernichten Milliarden
Silvester SeipRentenfonds von Zahnärzten in der Krise: Riskante Investitionen vernichten Milliarden
Ein Rentensystem, das rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen versorgt, steckt in schweren finanziellen Turbulenzen, nachdem riskante Investitionen die Hälfte seines Vermögens vernichtet haben. Die Krise hat bei vielen Behandlern Unsicherheit über ihre künftigen Renten ausgelöst und rechtliche Auseinandersetzungen über Führungsentscheidungen entfacht.
Spätestens ab 2018 begann die Fondsführung, angesichts niedriger Zinsen vermehrt in riskantere Anlagen umzuschichten. Diese Strategie führte schließlich zu massiven Verlusten – darunter dem Kollaps des Versicherers Element, einer der zentralen Beteiligungen des Fonds.
Die Folgen eskalierten im April mit der Abberufung des Aufsichtsratsvorsitzenden. Dieser weigerte sich jedoch, die Entscheidung hinzunehmen, und zog vor Gericht. Das Berliner Senatsressort für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege erklärte die Entlassung zunächst für rechtswidrig mit der Begründung, ehrenamtliche Funktionsträger dürften nur aus wichtigem Grund abberufen werden.
Das Berliner Verwaltungsgericht hob diesen Beschluss später auf. Es urteilte, dass ein Vertrauensverlust in die Führung des Vorsitzenden – angesichts der demokratischen Struktur des Fonds und seiner Abhängigkeit von gewählten Vertrauenspersonen – die Abberufung rechtfertigen könne.
Die Verluste des Fonds haben Tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte in existenzielle Rentenunsicherheit gestürzt. Die juristischen Streitigkeiten um die Absetzung des früheren Vorsitzenden dauern an, doch das Urteil unterstreicht, dass die Verantwortung der Führung eine zentrale Rolle spielt. Wie der Fonds die Finanzkrise bewältigt, wird maßgeblich vom Ausgang dieser Auseinandersetzungen abhängen.