RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?
Antoinette HettnerRAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes ist in Gefahr
Das kulturelle Zentrum, einst ein Bahn-Instandhaltungswerk, beherbergt heute Clubs, Konzertlocations und Märkte. Doch ein erbitterter Streit zwischen der Kurth-Gruppe, der Stadt und den Mietern bedroht seinen Fortbestand.
Das RAW-Gelände blickt auf eine lange Geschichte zurück. Nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte es sich zu einem Hotspot für Clubs, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerflächen und saisonale Märkte. Noch immer ist es ein lebendiger Ort für Musik, Kultur und Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Baupläne. Die Kurth-Gruppe will mehr Wohnungen errichten und fordert schnellere Baugenehmigungen. Senat und Bezirk lehnten dies Mitte Mai ab. Sie werfen der Gruppe vor, die Clubs und das soziokulturelle Angebot des Geländes zu gefährden. Die Kurth-Gruppe wiederum behauptet, die Stadt habe frühere Vereinbarungen gebrochen.
Die Räumungen haben bereits begonnen. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, müssen Teile des Geländes bereits nächste Woche verlassen. Als Reaktion startete Benjamin Kiepurning, ein Mitarbeiter der Cassiopeia, eine Petition. Darin fordert er die Kurth-Gruppe auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dutzende demonstrierten unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Die Petition soll diesem Freitag dem Senat übergeben werden.
Der Streit bleibt ungelöst. Senat und Bezirk lehnen die Forderungen der Kurth-Gruppe nach raschem Wohnungsbau ab. Mieter und Aktivisten kämpfen weiterhin dafür, dass die kulturellen Einrichtungen auf dem Gelände erhalten bleiben.
