04 May 2026, 08:36

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele 2035 in Gefahr

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, bei der es Bäume und einen klaren blauen Himmel gibt.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele 2035 in Gefahr

Eine Allianz aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die geplante Anlage in der Ingelheimer Aue, einem Auwaldgebiet, wird von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorangetrieben. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, es stehe im Widerspruch zum Ziel der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mittlerweile sind beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) zehn formelle Einsprüche gegen das Projekt eingereicht worden. Zu den Gegnern zählen unter anderem Scientists for Future Mainz und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mainz. Sie warnen, die Investition von 44 Millionen Euro könnte die Region für Jahre an veraltete Gastechnologie binden. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete den Schritt als „Rückschritt“, während Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future die weitere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als „verantwortungslos“ kritisierte.

Das Bündnis stellt zudem die Behauptung von KMW infrage, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden. Ob eine solche Umrüstung realistisch, kosteneffizient oder umweltverträglich wäre, bezweifeln die Kritiker. Stattdessen verweisen sie auf Batteriespeicher als erprobte und günstigere Alternative – die Kosten seien in den letzten 15 Jahren von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro gesunken.

Michael Lengersdorff, Sprecher der Initiative MainzZero, betonte die Notwendigkeit eines offenen Dialogs. Die Gruppen fordern Gespräche mit KMW und der SGD Süd, um nachhaltigere Lösungen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu stärken.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd zur Prüfung vor. Sollte das Kraftwerk gebaut werden, würde es die Gasabhängigkeit in einer Stadt verlängern, die bis 2035 klimaneutral werden will. Das Bündnis pocht auf bestehende Alternativen und fordert eine grundsätzliche Neuausrichtung des Projekts.

Quelle