24 March 2026, 10:33

Polizei Reutlingen und Gräberfeld X stärken Demokratie durch historische Bildung

Polizeibeamte in Uniform und mit Mund-Nasen-Schutz stehen vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Polizei Reutlingen und Gräberfeld X stärken Demokratie durch historische Bildung

Neue Partnerschaft zwischen dem Polizeipäsidium Reutlingen und der Initiative Erinnerungsort Gräberfeld X stärkt demokratische Werte durch Bildung

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Am 18. März 2026 unterzeichneten das Polizeipäsidium Reutlingen und die Initiative Erinnerungsort Gräberfeld X eine Kooperationsvereinbarung, um durch Bildungsarbeit demokratische Werte zu fördern. Ziel der Zusammenarbeit ist es, bei Beamten Toleranz und historisches Bewusstsein zu stärken. Dazu gehören Führungen, Vorträge und Exkursionen, die sich mit den Auswirkungen der NS-Zeit auf Wissenschaft und Gesellschaft befassen.

Die Vereinbarung wurde von Professorin Dr. Benigna Schön Hagen, die die Initiative Gräberfeld X vertritt, und Polizeipäsident Udo Vogel besiegelt. Im Mittelpunkt steht die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus", die die Verstrickung von Universitätsanatom:innen mit dem NS-Regime aufarbeitet. Schön Hagen dankte der Polizei für ihr Engagement, die Botschaft der Ausstellung zu bewahren.

Für Polizeibedienstete sind bereits regelmäßige Führungen organisiert, die ihnen direkten Zugang zum historischen Ort ermöglichen. Darüber hinaus bietet die Initiative Gastvorträge und Besuche weiterer Gedenkstätten an. Vogel betonte die Bedeutung solcher Bildungsarbeit, da Polizeiarbeit häufig mit den Grundrechten der Bürger:innen verbunden sei.

Fünf "strategische Pat:innen" in der Reutlinger Behörde wurden speziell für das Projekt geschult. Ihre Aufgabe umfasst die Organisation von Fortbildungen für alle Mitarbeiter:innen im Rahmen des Programms "Strategische Patenschaft für Demokratie und Toleranz". Die Initiative zielt darauf ab, demokratische Prinzipien und interkulturelles Verständnis in der Polizei zu verankern.

Die Partnerschaft setzt ein konkretes Zeichen für die Verknüpfung von Strafverfolgung und historischer Bildung. Durch strukturierte Programme setzen sich Polizist:innen künftig intensiver mit dem Erbe des Nationalsozialismus auseinander. Die Vereinbarung könnte zudem Vorbild für ähnliche Kooperationen in Baden-Württemberg sein – bisher hat jedoch keine andere Dienststelle ein vergleichbares Modell übernommen.

Quelle