Philologenverband stellt klar: Klimastreiks sind kein Grundsatzproblem – aber organisatorisch riskant
Silvester SeipPhilologenverband stellt klar: Klimastreiks sind kein Grundsatzproblem – aber organisatorisch riskant
Ein aktueller Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat die Position des Philologenverbandes Niedersachsen (PHVN) zu den Schülerklimastreiks falsch dargestellt. Wie der Verbandsvorsitzende Christoph Rabbow klarstellte, beziehen sich die Bedenken der Organisation auf praktische Aspekte und nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung des jugendlichen Engagements. Seit 2019 beteiligen sich Millionen deutscher Schülerinnen und Schüler – vor allem im Alter von 14 bis 19 Jahren – an Protesten wie Fridays for Future.
Ursprünglich hatte der PHVN Sorgen geäußert, dass die Streiks den Schulbetrieb, den Verkehr und den Einkaufsalltag beeinträchtigen könnten. Rabbow betonte, dass Minderjährige die Tragweite politischer Aktionen möglicherweise nicht vollständig erfassen. Zudem fragte er, wer die Aufsicht über die Schüler während der Demonstrationen übernimmt und ob Versicherungsschutz bei möglichen Vorfällen besteht.
Als Lösung schlug Rabbow vor, die Kundgebungen außerhalb der Schulzeit abzuhalten – idealerweise sonntags in Fußgängerzonen. Gleichzeitig warnte er davor, dass unbekannte Veranstalter die Jugendlichen für politische Zwecke instrumentalisieren könnten. Trotz dieser Einwände zeigten weder der PHVN noch CDU-Politiker Interesse daran, die Forderungen der Schüler aufzugreifen oder schulische Debatten zu fördern.
Der CDU-Abgeordnete aus Schleswig-Holstein, Martin Balasus, lehnte die Streiks pauschal ab und behauptete, linksextreme Kräfte würden die Schüler manipulieren. Parallel dazu wurden an vielen Schulen in den letzten Monaten die Sozialkunde-Stunden gekürzt, sodass kaum noch Raum für Diskussionen oder alternative Formate bleibt.
Die Haltung des PHVN zielt somit vor allem auf organisatorische und sicherheitsrelevante Fragen ab, ohne das klimapolitische Engagement der Jugend grundsätzlich infrage zu stellen. Angesichts der Kürzungen im Fach Sozialkunde und der mangelnden Dialogbereitschaft der Politik fehlen den Schülerinnen und Schülern jedoch zunehmend strukturierte Möglichkeiten zur Auseinandersetzung. Dennoch ziehen die Proteste weiterhin zahlreiche junge Teilnehmende in ganz Deutschland an.






